Gattung Haploglossa Kr. (Microglotta Kr.)

StaphylinidaeAleocharinaeOxypodini
Von Arved Lompe (n. G.A. Lohse)
Der Gattung Aleochara im Körperbau ähnlich und mit ihr auch insofern übereinstimmend, daß die Vorder- und Mittelschienen am Außenrand zwischen der Behaarung fein bedornt sind. Im Gegensatz zu ihr sind jedoch die Kiefertaster 4-gliedrig, indem das pfriemförmige 4. (letzte) Kiefertasterglied einfach und nicht wie dort mit einem kleinen Anhangsglied versehen ist. Außerdem ist die Zunge an der Spitze nicht ausgeschnitten. Kopf schmäler als der quere Halsschild, dieser hinter der Mitte am breitesten und nach vorn viel stärker als nach hinten verengt. Flügeldeckennaht bei den meisten Arten nur sehr fein und nicht wie bei Aleochara deutlich gerandet. Hinterleib ziemlich parallel, zumindest auf den vorderen Tergiten dicht punktiert. Mittlere Fühlerglieder quer. Tarsen schlank, an den Hintertarsen das 1. Glied fast so lang wie die beiden folgenden Glieder zusammen, bzw. so lang wie das Endglied. Die Arten sind Nestbewohner.
#1
gentilis (Märk., 1844)Fundmeldungen🗺ColeowebKopf und Halsschild glänzend, auf glattem Untergrund wenig dicht punktiert, auf dem Halsschild ist der Punktabstand mindestens doppelt so groß wie die feinen Punkte. Flügeldecken fein und dicht, Hinterleib an das Basis sehr fein und sehr dicht, zur Spitze etwas kräftiger und weitläufiger punktiert. Schwarz, Fühlerbasis und Endglied, sowie die Beine rostrot. Auf den Flügeldecken befindet sich im Nahtwinkel ein großer roter Fleck, der oft recht ausgedehnt ist, so daß dann nur Basis und Seitenrand der Flügeldecken schwarz bleiben. 3-4 mm. B: Am Fuße alter Bäume in Gesellschaft von Lasius fuliginosus. D: Wohl überall selten.
→ 2-Kopf und Halsschild entweder durch kräftige dichte Punktur oder kräftiges Chagrin matt [Abb. 1].
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Abb. 1
#2
→ 4Kopf und Halsschild auf ± mattem, chagriniertem Grund feiner und weitläufiger punktiert. Der Punktabstand auf dem Halsschild durchweg erheblich größer als die Punktdurchmesser.
→ 3-Kopf und Halsschild auf zum Teil glänzendem Untergrund sehr kräftig und dicht punktiert. Der Punktabstand auf dem Halsschild durchweg kleiner als die Punktdurchmesser.
#3
villosula (Steph., 1832)Fundmeldungen🗺ColeowebHalsschild auf ± glänzendem Untergrund kräftig und ziemlich dicht punktiert, die Punktur auf Kopf, Halsschild und Flügeldecken etwa gleich stark, die Behaarung der Flügeldecken nicht dichter als die des Halsschilds [Abb. 1]. Halsschild im Verhältnis zu den Flügeldecken breiter, jedoch etwas weniger quer als bei nidicola. 3. Fühlerglied kürzer als das 2.. Schwarzbraun, Fühlerbasis und Endglied sowie die Beine rotgelb [Abb. 2]. Flügeldecken meist etwas rötlich schimmernd, gewöhnlich an der Naht und dem Hinterrand heller. Aedoeagus [Abb. 3], Spermatheka [Abb. 4]. 2,5-3,5 mm. D: Im Ganzen nicht häufig, jedoch weit verbreitet und wohl überall vertreten. (=pulla (Gyllh.))
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Abb. 1
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Abb. 2
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Abb. 3
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Abb. 4
→ 3a-Halsschild auf zumindest teilweise chagriniertem Untergrund weniger kräftig aber dichter punktiert. Flügeldecken feiner als der Kopf punktiert. 2. und 3. Fühlerglied gleichlang.
#3a
nidicola (Fairm., 1852)Fundmeldungen🗺ColeowebHalsschild stärker quer, hinter der Mitte am breitesten, nach vorn viel stärker verengt. Fühler viel kürzer als Kopf und Halsschild zusammen. Schwarzrot oder an der Basis und den Seiten geschwärzt oder dunkel mit einer rötlichen Aufhellung von den Schultern zum Nahtwinkel [Abb. 5]. Aedoeagus [Abb. 6]; Spermatheka [Abb. 7]. 2,5-3,2 mm. B: In den Nestern der Uferschwalbe und deren Umgebung regelmäßig anzutreffen. D: Europa.
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Abb. 5
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Abb. 6
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Abb. 7
bernhaueri Dev., 1907🗺Coleoweb-Halsschild mäßig quer, 1 1/3x so breit wie lang, in der Mitte am breitesten, die Seiten schwach gerundet. Fühler beträchtlich länger als Kopf und Halsschild zusammen. Schwarzbraun, Halsschildseiten, eine breite Schrägbinde auf den Flügeldecken, die nur die Umgebung des Schildchens und einen großen Fleck in der Umgebung der Hinterwinkel dunkel läßt, die Seiten und Hinterrand der Tergite, die Fühler zumindest im basalen Drittel und Beine hell rostrot. Oberseite etwas zottig und ziemlich lang goldbraun behaart. Aedoeagus, Spermatheka [Abb. 8]. 3,6 - 4,2 mm. B: In Südbaden in schimmelndem Laub in einer Baumhöhle (Buche) gefunden. D: Aus Ungarn beschrieben; bei und aus Sachsen-Anhalt, Thüringen und baden-Württemberg gemeldet. Italien, Frankreich (Korsika), Rumänien. (=fulvohirta Lohse)
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Abb. 8
#4
picipennis (Gyll., 1827)🗺ColeowebTiefschwarz, Flügeldecken oft dunkelbraun. Fühlerbasis und Beine hell bräunlichrot. Flügeldeckennaht sehr deutlich gerandet. 3-3,5 mm. B: Bei Ameisen und in Vogelnestern, in Raubvogelnestern gelegentlich in großer Zahl. D: Gemäßigtes Europa, verstreut und selten.
marginalis (Grav., 1806)🗺Coleoweb-Schwarz oder schwarzbraun, ein ausgedehnter Fleck in den Halsschildhinterwinkel oder auch die Halsschildbasis und der Seitenrand schmäler gelbrot. Flügeldecken bis auf die ± breit angedunkelte Naht und den Seitenrand, sowie die Hinterrand der Tergite, die Beine, sowie Basis und Endglied der gebräunten Fühler hell rotgelb. 3-3,5 mm. B: In hohlen Bäumen, in Baumhöhlennestern oder in den Wurzelnischen alter Bäume oft in Gesellschaft der Dreposcia umbrina. D: Gemäßigtes Europa, verstreut und selten.
Enthaltene Taxabernhaueri gentilis marginalis nidicola picipennis villosula
Erstellt am: 12.06.2013 · Letzte Aktualisierung: 21.04.2026 - 18:06:55
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