Untergattung Tournieria - Mitteleuropäische Arten

CurculionidaeOtiorhynchinaeOtiorhynchus
Von Arved Lompe (n. E. Reitter, R. Frieser)
Reitter, E. (1912): Übersicht der Untergattungen und der Artengruppen des Genus Otiorrhynchus - Wiener Entomologische Zeitung, 31(2):45-67 >>>"F:\taxa\coleo\scans\Reitter1912 Otiorrhynchus 1.pdf"
Reitter, E. (1914): Bestimmungstabellen der Otiorrhynchus-Arten mit gezähnten Schenkeln aus der Paläarktischen Fauna. Abteilung Dorymerus und Tournieria - Verhandlungen des naturforschenden Vereines in Brünn, 52:129-242 >>>"F:\taxa\coleo\scans\Reitter1914 Otiorrhynchus gezähnt.pdf"
Flügeldecken mit 10 Streifen. Schenkel gezähnt, der Zahn der Vorderschenkel 2- oder 3-spitzig oder am Vorderrand gezähnelt oder hinter dem Zahn mit einem oder mehreren Tuberkeln oder winzigen Zähnchen.
Für die Arten des Karpatenbogens siehe >>>Tournieria_Karpaten
Für die europäischen Arten nach Reitter siehe >>>Tourneria
#1
→ 2Flügeldecken ± dicht anliegend oder abstehend behaart, unbeschuppt.
→ 7-Flügeldecken zwischen der Behaarung deutlich beschuppt.
#2
gibbicollis Boh.🗺ColeowebHalsschild auf der Vorderhälfte mit feinen, ± dichten, isolierten Punkten, diese auf der Hinterhälfte zu Längsrunzeln verflossen. Halsschild stark quer, Flügeldecken kurz elliptisch, Farbe und Behaarung ähnlich wie bei ovatus. 5 mm. D: Nördliches Jugoslawien und Kärnten (Karawanken).
→ 3-Halsschild ± grob gekörnt und mit Längsrunzeln. Auf der vorderen Halsschildscheibe kann auch eine isolierte Punktur erkennbar sein, dann sind aber die Punkte groß und flach, fein genabelt. Halsschild höchstens etwas breiter als lang.
#3
→ 4Halsschild in der MItte ohne Längsschwiele, allenfalls (pauxillus) mit feinem verkürztem Längskiel.
→ 5-Halsschild mit einer glatten Längsschwiele in der MItte, Oberseite fein behaart.
#4
pauxillus Rosh., 1847Fundmeldungen🗺ColeowebKleiner: 3-4 mm. Kopf und Halsschild dunkelbraun, Flügeldecken und Beine etwas heller. Flügeldecken lang eiförmig, etwa 1,5 x so lang wie zusammen breit [Abb. 1]. Oberseite matt, Halsschild dicht tuberkuliert, Flügeldeckenzwischenräume kurz und anliegend mehrreihig behaart. Fühler kurz, 1. Geißelglied so lang oder etwas länger als das 2.. B: Subalpin bis alpin in der Bodenstreu. D: Durch die Karpaten und das gesamte Alpengebiet bis zu den Vogesen verbreitet; gebietsweise nicht selten.
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Abb. 1
smreczynskii Cmoluch, 1968Fundmeldungen🗺Coleoweb-5-10 mm. Gedrungen gebaut, Flügeldecken nur wenig länger als zusammen breit. Halsschild tuberkuliert, Flügeldeckenzwischenräume flach, breiter als die Punktstrejfen. Behaarung fein und gleichmäßig, kaum gereiht. 6 mm. B: An Liguster und Flieder [Abb. 2], bei starkem Befall auch an Rosen beobachtet [Abb. 3]. D: Aus der Ukraine und Polen ins östliche Mitteleuropa und nach Osten und Norddeutschland verschleppt und dort stellenweise eingebürgert. Ich habe solche typischen Fraßspuren an Flieder schon als Kind in unserem Garten in Berlin etwa 1958 gesehen; es könnte sich natürlich auch um crataegi LZ >>>9 gehandelt haben, der ebenfalls von Flieder gemeldet wurde.
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Abb. 2
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Abb. 3
#5
glabellus Rosenh.🗺ColeowebLetzte Glieder der Fühlergeißel deutlich länger als breit. Halsschild mit nur einer Längsschwiele. Flügeldecken breit eiförmig, ziemlich glänzend, schwarz, seltener dunkelbraun, Fühler und Beine gelbrot. 4-4,5 mm. D: Mediterrane Art, die von der Türkei über die Balkanhalbinsel bis in die südlichen Alpengebiete verbreitet ist.
→ 6-Letzte Glieder der Fühlergeißel nicht länger als breit.
#6
ovatus (L., 1758)Fundmeldungen🗺ColeowebZahn der Hinterschenkel dornförmig und spitzig. Halsschild mit mehreren groben Längsschwielen in der MItte (Anordnung variabel) [Abb. 4]. Glänzend schwarz oder schwarzbraun, Oberseite fein und dünn behaart. Fühler und Beine braunrot. 4-6 mm. B: In der Bodenstreu, unter Pflanzenrosetten etc., im Freiland und auf Kulturboden. Tritt als Schädling an Nadel-, seltener Laubholz auf. D: Von Mittelasien westlich über fast ganz Europa verbreitet; auch in Nordamerika. In Mitteleuropa gemein, sowohl in der Ebene als auch im Gebirge bis 2000 m aufsteigend.
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Abb. 4
desertus Rosh., 1847Fundmeldungen🗺Coleoweb-Zahn der Hinterschenkel sehr klein und spitzig. Halsschild nur mit 1 Längsschwiele in der MItte, diese manchmal von Längsrunzeln umgeben. Oberseite fein aber dichter behaart als bei ovatus. Färbung wie dieser und ihm sehr ähnlich. 3,8-5 mm. D: Nord-, West- und Mitteleuropa; in Mitteleuropa bis Pommern, Thüringen und Tirol. Bei uns bisher nur sehr sporadisch nachgewiesen und vermutlich oft für ovatus gehalten. In Westeuropa vornehmlich im Gebirge. Aus Dänemark zahlreiche Angaben aus ebenen Gebieten, auch in Holstein (Kiel).
#7
→ 7aFlügeldecken zwischen der gereihten Behaarung mit verstreuten, häufig etwas fleckig verdichteten, grünmetallischen Schuppen, diese sämtlich oder überwiegend schmal und haarförmig zugespitzt.
→ 8-Schuppen der Flügeldecken rundlich, nicht schmal und haarförmig zugespitzt; höchstens mit vereinzelten schlanken Schuppen untermischt.
#7a
prolixus Rosenhauer, 1847🗺ColeowebDer Rüsselrücken zwischen den Fühlern ist auffallend schmal, daselbst viel schmäler als die seitlichen Fühlergruben, letztere nach vorne ganz geschlossen. Gestalt sehr schlank; Halsschild nicht quer, zur Basis etwas ausgeschweift verengt; Flügeldecken langgestreckt elliptisch. Fühler sehr schlank. Vorderschenkelzahn oft sehr klein und nicht als 2-spitzig erkennbar. Schwarz, Beine dunkel braunrot [Abb. 5]. 5-9 mm. B: Montan bis subalpin auf Nadelholz. D: In den Alpen von Trient und Südtirol. (Untergattung Troglorhynchus)
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Abb. 5
→ 7b-Der Rüsselrücken zwischen den Fühlern ist merklich breiter als die seitlichen Fühlergruben.
#7b
→ 7cDie Fühlergruben sind nach vorne ganz offen, ihr Vorderrand hat eine halbkreisförmige Einsenkung [Abb. 6]. (Untergattung Podonebistus)
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Abb. 6
→ 7d-Die Fühlergruben sind nach vorne geschlossen, ihr Vorderrand bildet nur eine ganz schwache Einsenkung.
#7c
jovis Miller, 1862Fundmeldungen🗺ColeowebKastanienbraun, Rüsselrücken fein rugulos punktiert. Halsschild ein wenig breiter als lang und an den Seiten gleichmäßig gerundet, fast kugelförmig, ziemlich dicht und stark punktiert, kleine Punkte dazwischen meist erkennbar. Flügeldecken lang oval, oben abgeflacht [Abb. 7]. 7,5-8 mm. D: Albanien, Mazedonien, Griechenland: Cephallonia.
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Abb. 7
perdixoides Reitter, 1914-Wie der Vorige aber Flügeldecken leicht gewölbt, mit mäßig feinen Punktreihen, die Punkte viereckig, ziemlich dicht aufeinander folgend, schmäler als die Zwischenräume, Vorderschenkel stark verdickt, innen am Abfalle des Zahnes zur Spitze gezähnelt. 7,5-8 mm. D: Griechenland: Parnass und Veluchi.
holdhausi Solari, 1913-Eine mehr gestreckte Form, mit in der Mitte parallelen Flügeldecken. D: St. Giovanni (Gargano) in Italien.
#7d
prolongatus Stierlin, 1861🗺ColeowebDie Fühlerkeule ist normal gebildet, die Nähte ihrer Glieder sind sehr fein, wenig schräg und nicht abgesetzt. Pterygien kräftig ausgebildet, diese samt den Fühlergruben wenig schmäler als der Rüsselrücken zwischen der Fühlerbasis. Halsschild stark und wenig dicht punktiert, Flügeldecken lang oval, gleichmäßig flach gewölbt. Vorderschenkel mit kräftigem dornförmigen Zähnchen. Rostrot bis rotbraun. 6-7,5 mm. D: Griechenland.
bleusei Faust, 1899-Die Fühlerkeule ist groß, lang oval, das erste Glied an der Basis konisch, alle mit schrägen, starken Nähten, das erste vom zvveiten scharf abgesetzt, indem das 2. an der Basis nicht ganz so breit ist als das erste an der Spitze. Vorderschenkel nur schwach, die Mittelschenkel nur durch ein kleines vorragendes Körnchen gezähnt, die Hinterschenkel einfach. Halsschild auf der Scheibe zerstreut punktiert. Im übrigen dem prolongatus sehr ähnlich. 8 mm. D: Griechenland: Insel Rhodos.
#8
→ 9Flügeldecken rundlich, kaum länger als zusammen breit. Fühler lang und dünn, alle Geißelglieder ± gestreckt, 2. Geißelglied länger als das 1.. Flügeldeckenstreifen breiter als die ± gewölbten Zwischenräume. Oberseite ausgedehnt fleckig beschuppt.
→ 10-Flügeldecken langoval, Fühler kürzer, 2. Geißelglied nicht oder wenig länger als das 1..
#9
crataegi Germ., 1824Fundmeldungen🗺ColeowebFlügeldeckenzwischenräume mit einer Reihe aufrecht stehender Borstenhaare. Augen gewölbt. Halsschild klein, schwach quer, grob tuberkuliert. Zahn der hinteren Schenkel scharf und spitzig. Letzte Glieder der Fühlergeißel deutlich länger als breit. 5-6 mm. B: In Tallagen auf Gesträuch (Liguster, Flieder etc.). Nachttier. D: Früher nur aus Rumänien, Jugoslawien und Italien bekannt, heute vermutlich durch Verschleppung auch in Mitteleuropa weiter verbreitet; aus fast allen Gebieten Österreichs vereinzelte Fundangaben, neuerdings auch aus Oberbayern. Eingeschleppt in England, Dänemark, Hamburg.
rotundatus Siebold-Die Börstchen der Flügeldeckenzwischenräume kurz und stark geneigt, daher wenig auffällig. Augen flach. Halsschild etwa so lang wie breit, fein tuberkuliert. Zahn der hinteren Schenkel sehr klein. Letzte Glieder der Fühlergeißel etwa so breit wie lang. 4-5 mm. D: Von Danzig beschrieben, auch aus der Mark Brandenburg gemeldet; sonst osteuropäisch: Polen, Ukraine, ? Ungarn und Rumänien.
#10
fullo (Schrk., 1781)Fundmeldungen🗺ColeowebHalsschild in der MItte mit glatter Längsschwiele. Oberseite ± fleckig, leicht metallisch beschuppt. Flügeldeckenstreifen fein, Zwischenräume tuberkuliert, die Naht im hinteren Teil kielförmig vorgewölbt. 5-8 mm. B: Schädling an Laubhölzern (Quercus, Crataegus, Prunus). D: Vom Kaukasus und von Rußland bis Mitteleuropa verbreitet; in Österreich westlich bis Kärnten, in der Tschechoslowakei, in Schlesien sowie in wärmeren Gebieten der Ebene und montaner Gebirgslagen westlich bis Hessen gemeldet.
→ 11-Halsschild in der MItte ohne Längsschwiele, allenfalls mit feiner, glatter MIttellinie oder Längsrunzel.
#11
ormayi Stierl.🗺ColeowebAugen groß, flach, kaum vortretend. Fühler schlank, 3. und 4. Geißelglied länger als breit. Halsschild breiter als lang. Schenkel sehr schwach gezähnt. 8-10 mm. D: Südosteuropa, in Mitteleuropa fraglich.
coarctatus Stierl.🗺Coleoweb-Augen kleiner, deutlich vorgewölbt Fühler kurz und dick. 3. und 4. Geißelglied nicht länger als breit. Halsschild nicht breiter als lang, etwas undicht tuberkuliert. Vorderschenkel stark und spitzig gezähnt. 5-7 mm. D: Südosteuropäische Art, die auch in der Slowakei vorkommt.
Enthaltene Taxableusei coarctatus crataegi desertus fullo gibbicollis glabellus holdhausi jovis ormayi ovatus pauxillus perdixoides prolixus prolongatus rotundatus smreczynskii
Erstellt am: 05.08.2009 · Letzte Aktualisierung: 21.07.2024 - 13:27:50
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