Untergattung Synechostictus Motschulsky, 1864

CarabidaeTrechinaeBembidion
von Josef Müller
Unbekannt blieb Müller das aus dem nördlichen Elbrusgebiet (Kaukasus) beschriebene B. (Synechostictus) multisulcatum Reitt. (nom. nov. für sulcipenne Reitt.) Nach der Beschreibung von allen Untergattungsvertretern "durch die stark gewöIbten, exakt eiförmigen Flügeldecken, welche außerordentlich grob punktiert gestreift sind", verschieden. Schultern kaum angedeutet. Vom 8. Dorsalstreifen sagt der Autor: "stria octava nulla." Dunkelgrün, stark glänzend, Beine, Fühler und Palpen rötlichgelb. L. 5 mm.
#1
→ 2Achter Streifen der Flügeldecken vollständig, im vorderen Drittel mit dem Randstreif verschmolzen (wie bei Peryphus). Vorder-, Mittel- und Hinterbrust an den Seiten mit zahlreichen, auffallend groben Punkten besetzt; die Mitte des Prosternums, sowie der Interkoxalfortsatz des Metasternums zwischen den Mittelhüften weniger grob punktiert
→ 3-Achter Flügeldeckenstreif nur hinten deutlich vertieft, etwa in der Mitte verkürzt und weiter vorne höchstens durch eine obsolete Punktreihe angedeutet (stomoides), oder aber schon im hinteren Drittel mit dem furchenartig vertieften Randstreif verschmolzen (moschatum). Gewöhnlich nur die Seiten der Mittelbrust, seltener auch der Vorderbrust grob punktiert, die Hinterbrust zwischen den Mittelhüften stets glatt; in der Gruppe des elongatum kann die Brust sogar vollkommen unpunktiert sein
#2
cribrum Duv.Oberseite dunkelgrün, Flügeldeckenspitze etwas bräunlich; Unterseite schwarz, nur das Abdomen größtenteils rötlich; Beine, Palpen und meist auch die Fühler einfarbig rötlich gelb. Flügeldecken gestreckter und mehr parallelseitig, mit stark vortretenden Schultern (wie bei elongatum). Halsschild hinter dem Vorderrande schwächer punktiert, die vertiefte Mittellinie in der Mitte feiner. L. 5-5,5 mm. Aed.: [Abb. 1]. Westliches Mittelmeergebiet (1).
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Abb. 1
dahli Dejean-Ober- und Unterseite rotbraun, die Spitze der Flügeldecken sowie eine unbestimmte Makel im hinteren Drittel heller; Beine, Palpen und Fühler wie beim Vorigen. Flügeldecken gedrungener und gewölbter, mehr eiförmig, zur Basis deutlich verengt, die Schultern breiter verrundet. Halsschild hinter dem Vorderrande stärker und dichter punktiert, die Medianlinie auch in der Mitte kräftiger eingeschnitten. L.. 5-5,8 mm. Aed.: [Abb. 2]. Westliches Mittelmeergebiet (2). (1) Mir liegen gegenwärtig Belegstücke von folgenden Fundorten vor: Frankreich (St. Martin-Ardèche und Pont St. Esprit, leg. Magdelaine. coll. Net.; Loret-Gard, coll. Net.; Barèges-Hautes Pyr., leg. Nicolas, coll. Net.; Lourdes, Wien. Hofmus.); Italien (Ameglia-Liguria or., coll. Net, 1 Ex.; Poggio Cavallo bei Grosseto, leg. Andreini, coll. Net. 2 Ex.; Gerace, Kalabrien, leg. Pag., Wien. Hofmuseum 1 Ex.); Tunis (Fernana und Souk-el-Arba, coll. Net.); Marokko; Algier Saida, coll. Net.). Die Stücke aus Italien, namentlich jene von Grosseto, haben deutlich feinere und kürzere Punktstreifen der Flügeldecken als jene aus Südfrankreich und Tunis. (2) Das mir vorliegende Material stammt von folgenden Lokalitäten; Frankreich (Marne und Béziers, coll. Net.); Italien (Rom, leg. Luigioni, Wien. Hofmuseum; Capua, coll. Net.); Sardinien (Sorgono, leg. Krausse, Coll. Net.); Sizilien (Girgenti, Wien. Hofmus.); Tunis (Medjerdah, coll. Net.); Algier (Sidi bei Abbes-Staudinger, coll. Net.); Marokko (Rolph, coll. Net.). - Ich habe die Fundorte speziell angeführt, da Bedel im Cat. rais. Col. N. Afr., 67, aus Nordafrika nur dahli var. cribrum anführt.
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Abb. 2
#3
→ 4Größere Arten von 5-7 mm Länge, mit flacheren, glatten oder genetzten Flügeldecken und weit gegen die Spitze reichenden Dorsalstreifen. Flügeldecken ungefleckt (ruficorne / stomoides-Gruppe)
→ 8-Kleinere Arten von 3,5-4,7 mm Länge, mit gewölbteren, stets glatten, meist gefleckten Flügeldecken und groben, im hinteren Drittel oft erloschenen Punktstreifen (elongatum / decoratum-Gruppe)
#4
→ 5Schultern deutlich vortretend
stomoides Dej., 1831-Schultern verrundet [Abb. 3]. Etwa von der Größe des millerianum, aber die Flügeldecken kürzer, oval und mindestens im Apikalteil (♂) oder vollständig (♀) isodiametrisch genetzt. Der hinten furchenartig vertiefte 8. Flügeldeckenstreif vor der Mitte häufig durch eine feine Punktreihe mit dem 4. Punkte der Series umbilicata verbunden. Aedoeagus [Abb. 4]. 5-6 mm. Mitteleuropa.
Bild fehlt:
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Abb. 3
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Abb. 4
#5
→ 6Durchschnittlich größere Art mit schlankeren Fühlern. 5,6-7 mm. Flügeldeckenstreifen an der Spitze erloschen
millerianum Heyden, 1883-Durchschnittlich kleinere Art mit kürzeren Fühlern. 5,5-6 mm. Punktstreifen der Flügeldecken fast bis zur Spitze deutlich. Fühler schwärzlich mit rötlicher Basis. Flügeldecken in beiden Geschlechtern vollkommen glatt, ohne Mikroskulptur. West- und Mitteldeutschland, Alpen- und Karpatengebiet, Bosnien.
#6
→ 7Flügeldecken wenigstens beim ♀ teilweise genetzt, einfärbig metallisch grün oder blaugrün
ruficorne Sturm, 1825-Flügeldecken in beiden Geschlechtern vollkommen spiegelglatt, zur Spitze bisweilen rötlich. Fühler in der Regel vollkommen rötlichgelb oder rotbraun. In den Alpen und Karpaten an Gebirgsbächen. Im Küstenlande am Isonzo mehrfach nachgewiesen.
#7
ganglbaueri Müller, 1918Flügeldecken nur ♀ beim an der Spitze deutlich genetzt. Fühler schwärzlich mit rötlichgelber Basis. Flügeldecken meist etwas kürzer und gewölbter als beim typ. ruficorne. Val Pesio (Ganglbauer). ruficorne sbsp.
solarii Müller, 1918-Flügeldecken beim ♂ an der Spitze, beim ♀ mindestens bis zur Mitte oder in ganzer Ausdehnung deutlich genetzt. Fühler fast einfärbig rotbraun. Flügeldecken breiter und flacher. Mte. Caparo (Abbruzzen, leg. Solari; Wien. Hofmus. 6 Exemplare). ruficorne sbsp.
#8
→ 9Der 8. Dorsalstreif vorne deutlich verkürzt und überall vom Randstreif getrennt.
moschatum Peyr.-Der 8. Dorsalstreif im hinteren Drittel deutlich ausgebildet, jedoch nach vorne nicht verkürzt, sondern bereits hinter der Mitte der Flügeldecken mit dem furchenartig vertieften Randstreif verschmolzen. Vorderkörper schlanker als bei den folgenden Arten, der Kopf mit den stark vorgequollenen Augen genau so breit als der längliche Halsschild. Schultern wie bei elongatum. Beine inklusive der Kniegelenke rötlichgelb, Fühler und Palpen zur Spitze kaum verdunkelt; Oberseite grünlich, Flügeldecken an der Spitze bräunlich und im hinteren Drittel mit einem großen, scharf begrenzten, innen oft bis zum 2. Dorsalstreif reichenden, gelben Fleck. Halsschild vorne unpunktiert. Beirut (Appl, Wien. Hofmuseum, 2 Exempl.; Türkei (Merkl, Wien. Hofmus., 2 Exempl.); Libanon (v. Bodemeyer, coll. Netolitzky, 1 Exempl.); Lenkoran (Leder, 1 Exempl.)
#9
→ 10Flügeldecken länglich, mit vortretenden Schultern [Abb. 5], der basale Schulterrand ziemlich lang, gerade und wenig abgeschrägt. Die Schienen am Kniegelenk meist deutlich geschwärzt; das vorletzte Palpenglied und gewöhnlich auch die Fühler vom 3. oder 4. Gliede an schwärzlich.
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Abb. 5
→ 11-Flügeldecken oval mit ± verrundeten Schultern [Abb. 6], der basale Schulterrand kürzer und stärker abgeschrägt. Kniegelenke nicht geschwärzt; Palpen und Fühler häufig rötlichgelb.
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Abb. 6
#10
elongatum Dej., 1831Flügeldeckenstreifen länger, der 6. und 7. Streif bis zur Mitte deutlich ausgebildet, etwa aus 8-10 groben Punkten bestehend. Halsschild variabel, jedoch nie so schlank als bei der folgenden Art, hinter dem Vorderrande gewöhnlich punktiert, ohne glatte Querfurche. Oberseite bei ausgefärbten Stücken schwärzlichgrün, die Flügeldecken mit einer selten fehlenden (ab. impustulatum Schilsky), bräunlichgelben Makel im hinteren Drittel. L. 3,5-4,5 mm. Aed.: [Abb. 7]. (1) Süd- und Westeuropa, Kleinasien, Kaukasus.
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Abb. 7
frederici Müller, 1918-Flügeldeckenstreifen kürzer, der 6. aus sechs bis sieben groben Punkten bestehend, der 7. fast gänzlich erloschen. Kopf samt den Augen fast etwas breiter als der außerordentlich schlanke, vorne unpunktierte Halsschild, die schmale Basalpartie desselben auffallend lang und parallelseitig, die Mittelfurche vorne stärker verkürzt und von ihr ausgehend eine jederseits schräg gegen die Vorderecken verlaufende, seichtere, glatte Querfurche vorhanden. Flügeldecken am Seitenrande hinter der Mitte mit einem runden, helleren Fleck. L. 3,5 mm. (2) Tanger (Rolph, coll. Netolitzky, 1 Ex.) (1) Die Art zerfällt in eine Ost- und eine Westrasse. Die Westrasse, mit welcher das echte B. elongatum Dej. zusammenfällt, ist schlanker, besonders ihr Halsschild gestreckter, die Augen stärker vorgewölbt, die Fühler und Palpen häufig dunkler gefärbt. Besonders typisch auf Sardinien und in Spanien, aber auch in Frankreich und Italien verbreitet. Die weniger gestreckte Ostrasse, auf welche vielleicht B. effluviorum Peyr. zu beziehen ist, bewohnt besonders Südungarn, die Balkanhalbinsel, Kleinasien und den Kaukasus. (2) Zu Ehren meines lieben Freundes Prof. Dr. Fritz Netolitzky benannt.
#11
decoratum (Duft., 1812)Flügeldecken zur Spitze häufig rötlichbraun, jedoch ungefleckt. Halsschild am Vorderrande punktiert. 3,5-4,5 mm. Mitteleuropa.
→ 12-Flügeldecken hinten gefleckt. Halsschild am Vorderrande glatt
#12
nordmanni Chd.Die inneren Dorsalstreifen weit gegen die Spitze verlängert, die Zwischenräume der Punktstreifen breiter und flacher. Flügeldecken in oder vor der Mitte am breitesten, mit vollkommen verrundeten Schultern. Oberseite bläulichgrün, bei unausgefärbten Stücken rotbraun, die Flügeldecken im hinteren Drittel mit einer deutlichen, gelben Makel. L. 3,5--4,5 mm. Kaukasus. sbsp.
barbarum Müller, 1918-Die inneren Dorsalstreifen kürzer, etwa im Niveau der Präapikalmakel erloschen, die Flügeldeckenspitze daher in größerer Ausdehnung glatt. Flügeldecken hinter der Mitte am breitesten, mit weniger verrundeten Schultern. Oberseite schwarz, eine kleinere, ziemlich undeutliche Makel im hinteren Drittel, sowie die Spitze der Flügeldecken verwaschen bräunlichgelb gefärbt. L. 3-3,5 mm. Tunis (Am Draham, v. Bodemeyer, 2 Ex. in Coll. Netolitzky). sbsp.
Enthaltene Taxabarbarum cribrum dahli decoratum elongatum frederici ganglbaueri millerianum moschatum nordmanni ruficorne solarii stomoides
Erstellt am: 09.10.2012 · Letzte Aktualisierung: 08.08.2013 - 12:01:46
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