Familie Scarabaeidae

ColeopteraLamellicornia
Von Arved Lompe (n. V. Balthasar, Paulian, W. Machatschke)
Hinterschienen nur mit einem Endsporne; Mittelhüften meist auseinandergerückt. Die Tabelle berücksichtigt nur die in Europa vorkommenden Formen.
#1
→ 1aDie Hinterschienen tragen bloß einen terminalen Sporn. Pygidium von den Flügeldecken meist vollkommen unbedeckt, frei liegend, selten auf die Ventralseite umgeschlagen. Die Mittelhüften meist voneinander stark oder doch beträchtlich entfernt. Schildchen öfters unsichtbar. Sehr oft mittelgroße bis sehr große Arten mit stark entwickeltem Sexualdimorphismus, nicht selten in der Form und Farbe sehr auffallend [Abb. 1].
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Abb. 1
Aphodiinae-Die Hinterschienen tragen 2 terminale Sporne, diese meistens ungleich lang (mit Ausnahme der in Europa nicht vertretenen Gattung Sybacodes, deren Hinterschienen keine Sporen tragen). Pygidium von den Flügeldecken größtenteils oder vollkommen bedeckt. Die Mittelhüften meistens genähert. Schildchen fast immer gut sichtbar. Fast durchwegs kleine bis sehr kleine, sehr selten fast mittelgroße Arten von unauffalligem Habitus und sehr gering entwickeltem Sexualdimorphismus.
#1a
→ 2Die Mittel- und Hinterschienen meist lang, schlank, die hinteren gewöhnlich mehr oder weniger säbelartig gebogen. Sie verbreitern sich zum Ende fast gar nicht oder nur allmählich und regelmäßig. Mittelschienen am Ende mit einem Sporn, nur bei einer Gattung mit sehr schlanken Schienen mit zweien. Meist nur flach gewölbte, kurz- und breitovale Käfer, dunkel oder metallisch gefärbt, mit wenig entwickeltem Sexualdimorphismus. Unterfamilie Scarabaeinae
→ 6-Die Mittel- und Hinterschienen kurz oder höchstens mäßig lang, stärker und plötzlich gegen die Spitze verbreitert. Mittelschienen am Ende mit 2 Spornen. Körper meist stark gewölbt, bei einigen Gruppen aber oben abgeflacht. Sexualdimorphismus meist stark entwickelt. Kleine bis sehr große Arten. Unterfamilie Coprinae
#2
→ 3Mittelhüften weniger voneinander entfernt, stark schräg gestellt, zuweilen genähert, Hinterbrust deshalb vorn mehr oder weniger stark verschmälert. Körper nur flach gewölbt, breit, oval oder merklich nach hinten verschmälert. Fühler 9-gliedrig.
Sisyphus Latr.-Mittelhüften voneinander sehr weit entfernt, parallel oder nur wenig konvergierend, demzufolge das Metasternum vorne nicht deutlich verengt. Mittelschienen mit 2 Endspornen. Die Mittel- und Hinterbeine auffallend lang und schlank. Körper stark gewölbt, kurz, nach hinten zugespitzt, seitlich komprimiert [Abb. 2]. Fühler 8-gliedrig. Kleinere schwarze oder schwarzbraune Arten. Tribus Sisyphini. Einzige Gattung
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Abb. 2
#3
→ 4Flügeldecken an den Seiten nicht ausgerandet. Vordertarsen fehlen in beiden Geschlechtern. Clypeus vorne stark gezahnt, auch die stark entwickelten Wangen vorne zugespitzt oder mit einem oder zwei Zähnen versehen. Vorderschienen lang, an der Außenseite sehr kräftig bezahnt. Große, schwarze, schwarzbraune oder selten düster metallisch gefärbte Käfer. Tribus Scarabaeini
Gymnopleurus Illig.-Die Flügeldecken sind an den Seiten hinter den Schultern breit ausgerandet [Abb. 3], sodaß die Käfer mit geschlossenen Flügeldecken fliegen können. Die Vordertarsen sind vorhanden. Clypeus vorne viel schwächer bezahnt, zuweilen in der Mitte nur ausgerandet. Mittelgroße bis fast kleine Arten, schwarz [Abb. 4] oder (bei außereuropäischen Arten) metallisch gefärbt. Tribus Gymnopleurini. Einzige Gattung
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Abb. 3
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Abb. 4
#4
Mnematium MacLeayFlügeldecken im Umrisse stark gerundet, die Schultern kaum angedeutet [Abb. 5], ungeflügelt. Der Halsschild stark gewölbt und im Verhältnis zu den Flügeldecken sehr groß, die Basis der Flügeldecken gerandet, die Flügeldecken ebenfalls ziemlich stark gewölbt, im Verhältnisse zum Halsschild kurz erscheinend. Vorderschienen auffallend breit. Mittelhüften sehr stark untereinander genähert. Ausnahmslos schwarze Arten. N.Afrika, Vorderer Orient.
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Abb. 5
→ 5-Flügeldecken im Umriß nicht so stark gerundet, die Schultern deutlich, +/- rechtwinklig angelegt. Halsschild weniger stark gewölbt, ebenfalls die Flügeldecken meist nur leichter gewölbt, im Verhältnisse zum Halsschilde länger erscheinend. Vorderschienen weniger plump gebildet. Mittelhüften nicht so stark untereinander genähert. Geflügelte Arten.
#5
Mnematidium Rits.Vorderrand des Kopfes 8-zackig, in dem der Vorderrand der Wangen ausgerandet ist und zwei zahnartige Vorsprünge bildet [Abb. 6]. Vordertibien mit 6-8 Außenzähnen, gegen die Basis noch mit einigen kürzeren sägeartigen Zähnchen. Flügeldecken an der Basis gerandet. Hierher eine einzige, schwarze Art, welche sonst den Arten der folgenden Gattung stark ähnelt. Lybien bis Israel.
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Abb. 6
Scarabaeus Lin.-Vorderrand des Kopfes nur 6-zackig [Abb. 1], indem die Wangen vorne nur einfach zahnartig verlängert sind. Vordertibien mit 4 Außenzähnen, wovon der proximale manchmal wenig deutlich ist. Flügeldecken an der Basis ungerandet.
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Abb. 1
#6
Copris Geoffr.Das 2. Glied der Labialpalpen kürzer als das 1., das 3. Glied immer gut bemerkbar. Schwarze oder pechbraune mittelgroße Arten. Die sekundären Geschlechtsmerkmale bei den ♂ auf Kopf und Halsschild (Höcker, Hörner, Leisten, Gruben etc.) meist stark entwickelt [Abb. 7]. Fühler immer 9-gliedrig. Die hinteren Schienen auf der Außenseite mindestens mit einer schrägen oder queren Leiste. Auch die mittleren Schienen meist mit queren, deutlichen Leisten, welche zuweilen dornartig entwickelt sind. Flügeldecken gewöhnlich mit 9 Streifen. Tribus Coprini.
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Abb. 7
→ 7-Das 2. Glied der Labialpalpen länger als das erste, das 3. Glied sehr klein, öfters ganz fehlend.
#7
→ 8Fühler 8-gliedrig. Halsschild ohne zwei kleine, grübchenförmige Eindrücke an der Basis, Flügeldecken oben mehr oder weniger abgeflacht, mit 8 Längsstreifen, wovon der äußerste stark der Laterallängsleiste genähert ist. Schildchen klein, aber fast immer gut sichtbar. Vorderschienen mit einem beweglichen Endsporn. Vordertarsen immer vorhanden. Kleine, selten fast mittelgroße Arten. Tribus Oniticellini.
→ 9-Fühler 9-gliedrig.
#8
Euoniticellus Janss.Oberseite mehr oder weniger matt, der Untergrund schmutzig gelb gefärbt, mit dunkleren, unscharfen Makeln, die aber nie rein schwarz sind, dagegen aber öfters den größten Teil der Oberseite bedecken [Abb. 8]. Außer der Apikalbewimperung sind die Flügeldecken meist längs der Seiten sehr kurz und fein, manchmal kaum sichtbar behaart. Wangen vorn winklig abgerundet, vom Clypeus durch eine tiefe Ausrandung getrennt. Ihre Außenseiten fast gerade, parallel. Halsschild immer ungerandet. Kopf bei den ♂ bewehrt.
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Abb. 8
Oniticellus Serville, 1825-Oberseite +/- glänzend, mit grün-metallischem Schimmer. Flügeldecken der europäischen Art gelb mit schwarzen Flecken. Die Apikalbewimperung der Flügeldecken weniger dicht und weniger auffallend. Wangen vorn meist mit dem Seitenrand des Clypeus in einer FIucht verlaufend, oder an der Grenze zwischen beiden befindet sich eine feine Einkerbung. Die Wangen selbst sind an den Seiten mehr oder weniger gerundet. Kopf bei den ♂ unbewehrt.
#9
→ 10Auf der Basis des Halsschildes befinden sich zwei rundliche, längliche, öfters etwas schräg gestellte, mehr oder weniger tiefe Grübchen. Oft die Vordertarsen fehlend und der Endsporn der Vorderschienen mit der Tibia verschmolzen, unbeweglich. Südliche Arten. Tribus Onitini
→ 12-Basis des Halsschildes ohne zwei genäherte, grübchenartige Eindrücke. Die Vordertarsen immer vorhanden, der Endsporn der Vorderschienen immer beweglich. Tribus Onthophagini
#10
Cheironitis Lansb. → 11Schildchen ziemlich groß, Basis des Halsschildes immer deutlich gerandet. Clypeus in der Mitte deutlich ausgerandet. Nur den ♂ fehlen die Vordertarsen. Prosternum bei den ♂ in der Mitte hinter den Vorderhüften mit einem verschiedenartig gestalteten Fortsatz. Schildchen klein oder verborgen. Die Basis des Halsschildes ungerandet, selten mit schwacher Andeutung der Randung, sehr oft aber zwischen den Basalgrübchen deutlich, zuweilen wulstig gerandet. Clypeus entweder ganzrandig oder in der Mitte nur sehr seicht ausgerandet. Vordertarsen fehlen auch den ♀. Prosternum hinten in der Mitte mit oder ohne Fortsatz.
#11
Onitis Fabricius, 1798Schildchen klein, aber sichtbar. Prosternum hinten in der Mitte unbewehrt oder nur mit einer kleinen Andeutung eines Fortsatzes. Kopf beim ♂ ohne Hörnchen und der Halsschild ohne Auszeichnungen. Halsschild des ♀ einfach, ohne Querleiste.
Bubas Mulsant, 1842-Schildchen nicht sichtbar. Prosternum hinten in der Mitte bei beiden Geschlechtern mit einem Fortsatz [Abb. 9]. Kopf des ♂ mit Hörnchen und der Halsschild mit Auszeichnungen [Abb. 10]. Beim ♀ der Halsschild in der Nähe des Vorderrandes mit einer Querleiste.
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Abb. 9
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Abb. 10
#12
Caccobius Thoms.Vorderschienen an der Spitze gerade abgestutzt, der Endzahn nach vorne gar nicht, sondern nur nach aussen vortretend. Halsschild vorne auf der Unterseite jederseits mit grosser, rundlicher Fühlergrube. Habitus [Abb. 11].
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Abb. 11
→ 13-Vorderschienen an der Spitze nicht gerade abgestutzt, der Endzahn nach vorne mehr weniger stark vortretend; Halsschild ohne Fühlergruben.
#13
Euonthophagus BalthasarKopf bei beiden Geschlechtern mit 1 Querleiste, diese etwa in der Mitte des Kopfes oder in der Höhe des Vorderrandes der Augen, bei den ♂+/- nach vorn gebogen oder fast gerade, doch dann die Enden stark nach hinten gebogen, gehöckert oder schwach gehörnt. Selten in der Mitte der Leiste 1-2 Höckerchen. Bei den ♀ diese Querleiste weniger gebogen und in der Mitte meist bis auf ein Höckerchen reduziert.
Onthophagus Latr.-Kopf bei beiden Geschlechtern mit 2 Querleisten (Stirn- und Scheitelleiste). Von diesen die vordere beim ♂ oft nur schwach entwickelt, die hintere dem Scheitelrand genähert oder durch 1 oder 2 Höcker oder Hörner ersetzt.
Enthaltene TaxaAphodiinaeBubasCaccobius Cheironitis CoprisEuoniticellus EuonthophagusGymnopleurus Mnematidium Mnematium Oniticellus Onitis OnthophagusScarabaeus Sisyphus
Erstellt am: 27.02.2008 · Letzte Aktualisierung: 10.06.2019 - 11:27:33
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