Unterfamilie Nanophyinae

ColeopteraRhynchophoraApionidae
Von Arved Lompe (n. E. Reitter, L. Behne u.a.)Literaturverzeichnis ⇒
Kleine Rüßler von 1,2-2,2 mm, in der Gestalt den Apion-Arten der flavipes-Gruppe ähnlich. Die untenstehende Tabelle ist nach praktischen Gesichtspunkten aufgebaut. Alternative phylogenetisch-systematische Tabelle nach Alonso-Zarazaga siehe ...11
#1
Nanomicrophyes PicFlügeldecken mit Metallschimmer, schwarzblau oder schwarzgrün [Abb. 1]. Schenkel ungezähnt, Fühlergeißel 5-gliedrig, die Keule geringelt, Klauen einfach, frei. Körper schwarz. Im Kaukasus. Gehört nicht zu den Apionidae, sondern zu den Cionini; wegen der Ähnlichkeit mit ihnen könnte man aber hierher gelagen. (=Microphyes Weise)
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Abb. 1
→ 2-Flügeldecken ohne Metallfärbung, gewöhnlich bunt gezeichnet. Schenkel meist dörnchenförmig gezähnelt, Körper mehr oder weniger fein behaart,
#2
→ 6Die Fühler mit. 3-gliedriger Keule, die Glieder derselben voneinander deutlich getrennt [Abb. 2]. Tarsen ziemlich breit und besonders das 3. Glied stark gelappt und unten lang bürstenartig behaart.
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Abb. 2
→ 3-Die Fühler mit ovaler Keule, die Glieder derselben nur durch Nähte getrennt [Abb. 3]. Die Tarsen schmal, das 3. Glied verkürzt, nicht verbreitert und unten nicht bebürstet; die Klauen einfach, frei und gespreizt.
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Abb. 3
#3
Titanomalia Alonso-ZarazagaKörper schwarz, länglich oval, Fühlergeißel 4-gliedrig., Tarsen schmal, von der Länge der Schienen, das 3. Glied sehr verkürzt, das Klauenglied fast so lang als die übrigen Glieder zusammen. Hierher H. auletoides Reitt. aus Transkaukasien. Gattung Hypophyes, Untergattung (=Hadrophyes Reitter)
→ 4-Körper zum größten Teile gelb oder rot, Tarsen kaum so lang als die Schienen, Klauenglied kürzer als die vorhergehenden zusammen.
#4
Corimalia desGozisFühlergeißel 5-gliedrig
→ 5-Fühlergeißel 4-gliedrig [Abb. 3]
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Abb. 3
#5
Hypophyes ReitterBasalrand der Flügeldecken ohne oder nur mit sehr kleinen schwarzen Zähnchen oder die Schenkel ohne Zähnchen. Aedoeagus symmetrisch.
Allomalia Alonso-Zarazaga, 1989-Vorderschenkel mit 1-2 Zähnchen. Basalrand der Flügeldecken mit einer regelmäßigen Reihe schwarzer Zähnchen oder ohne solche oder Aedoeagus asymmetrisch.
#6
Nanodiscus Kiesenwetter, 1864🗺ColeowebDie Tarsen nur mit einer Klaue. Halsschild wenig breiter als lang. Habitus [Abb. 4]. In Südeuropa an ·Cupressaceae·.
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Abb. 4
→ 7-Die Tarsen mit 2 kleinen, an der Basis bis über die Mitte verwachsenen Klauen. Halsschild stark quer und nach vorne stark konisch verengt [Abb. 5].
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Abb. 5
#7
CtenomeropsisKörper und Beine völlig schwarz; Tarsen kurz; erstes Vordertarsenglied höchstens 1,5x länger als breit; Flagellum des Aedoeagus knollenförmig.
→ 7a-Körper gelb oder schwarzgelb gezeichnet; bei schwarzen Tieren sind zumindest die Beine gelbrot. Tarsen länger, das 1. Glied > 1,5 x so lang wie breit.
#7a
→ 8Schenkel ungezähnt, allenfalls mit einem feinen Dörnchen, das nicht länger ist als die Breite des Mittelkiels auf dem Rüssel.
→ 10-Zumindest die Vorderschenkel mit deutlichem Zähnchen, vor dem sich noch ein weiterer kleiner Zahn befindet [Abb. 6].
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Abb. 6
#8
→ 9Der Rüsselkiel erlischt im Bereich der Fühlereinlenkung oder erreicht fast die Rüsselspitze. Körper gestreckt [Abb. 5] oder breiter oval. Arten von 1,2-2,2 mm.
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Abb. 5
Nanomimus Alonso-Zarazaga-Der Rüsselkiel erlischt im Bereich der Fühlereinlenkung. Körper gedrungener, breitoval [Abb. 7]. Schenkel oft mit winzigem Dorn. Pygidium auch beim ♂ ohne Grübchen. Die 4. Segmentnaht des Abdomens beim ♂ vorhanden. Arten von 2-2,5mm.
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Abb. 7
#9
Nanophyes SchoenherrGrößere Arten von 1,4-2,2 mm [Abb. 5]; eine sehr kleine, kurzovale Art von 1,2-1,5 mm [Abb. 8], die sich an ·Peplis portula· entwickelt, hat beim ♂ einen dickeren und stärker gebogen Rüssel und beim ♀ ist der Winkel zwischen Kopf und Rüssel auf der Unterseite weniger flach [Abb. 9]. Pygidium der ♂ mit einem Grübchen. Die 4. Segmentnaht des Abdomens bei beiden Geschlechtern fehlend oder unvollständig (Vorsicht! Bei N. marmoratus kommen ♂ mit vollständiger 4. Segmentnaht vor! Genitalvergleich!). Flügeldecken fleckig, hell und dunkel behaart, oft ein Dörnchen auf der Unterseite der Vorderschenkel. An Weiderichgewächsen (·Lythraceae·). Hierher auch unsere häufigste, sehr veränderliche Art, auf die immer zu prüfen ist.
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Abb. 5
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Abb. 8
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Abb. 9
Microon Alonso-Zarazaga, 1989-Kleinere Art von 1,3-1,5 mm [Abb. 10]. Rüssel beim ♂ dünner und fast gerade [Abb. 11], beim ♀ auf der Unterseite der Winkel zwischen Kopf und Rüssel flacher. Flügeldecken einförmig hell behaart, Schenkel immer ohne Dörnchen. An ·Peplis portula·.
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Abb. 10
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Abb. 11
#10
Pericartiellus Alonso-ZarazagaRüssel ohne oder allenfalls im Basalteil mit kurzem, undeutlichem Mittelkiel. Gelbbraune Arten [Abb. 6].
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Abb. 6
Dieckmanniellus Alonso-Zarazaga-Rüssel mit deutlichem glänzenden Mittelkiel.
#11
→ 12Fühlerkeule kompakt, die Nähte gut oder kaum sichtbar. Vorletztes Geißelglied symmetrisch. ♂ mit ungezähnten Schienen. Klauen frei, nicht verwachsen. Tribus Corimaliini sensu Alonso-Zarazaga.
→ 14-Fühlerkeule relativ lose gegliedert, die Glieder deutlich getrennt. Vorletztes Geißelglied unsymmetrisch. ♂ mit gezähnten Schienen. Klauen verwachsen, im Extremfall auf eine Klaue reduziert. Tribus Nanophyini Seidlitz, 1981.
#12
Corimalia desGozisGeißel 5-gliedrig. { Funicle 5-segmented. Rostrum with false scrobes separated from the lateroventral true ones by one keel parallel to rostrum, scape at rest directed obliquely towards the ventral margin of eye (cf. fig. 2). Tegminal plate articulated to the free ring, fenestrae outlined, plate-base developed (figs. 13-15, 19-21, 32). Flagellum short and thick. Antennal club sutures clearly visible. Suture IV absent in both sexes. }
→ 13-Geißel 4-gliedrig. { Funicle 4-segmented. Rostrum without false scrobes, scape at rest parallel to rostral axis and directed towards eye (fig. 1). Tegminal plate fused to the free ring, fenestrae absent, plate-base absent. Flagellum long, apically narrowed. Antennal club sutures visible or not. Suture IV usually indicated in both sexes. }
#13
Allomalia Alonso-Zarazaga, 1989Basalzähnchen der Flügeldecken sichtbar, voneinander getrennt. { Basal teeth of elytra visible and separate. Tegminal plate long, taeniate, with two longitudinal sclerotizations (figs. 37-38). Proximal profemoral tooth at least 1.5 X as long as wide at base, longer than 0.12-X width of profemur. Antennal club sutures visible. Spiculum gastrale with winged arms (fig. 39). Penis elongate, apex asymmetrical; internal sac with denticles (figs. 40-41). Short specialized setae present on tibiae, pronotum and odd elytral intervals. }
Hypophyes Reitter-Basalzähnchen der Flügeldecken undeutlich, mit der Basalkante +/- verschmolzen und mit ihr gleichfarbig. { Basal teeth of elytra indistinct, more or less fused to the basal flange, and concolorous with it. Tegminal plate shorter, more or less triangular, without longitudinal sclerotizations (figs. 42-44). Proximal profemoral tooth at most as long as wide at base, shorter than 0.12 X width of profemur, rarely longer, or teeth absent. Antennal club with sutures absent. Spiculum gastrale with arms unwinged (fig. 45). Penis short, apex symmetrical; internal sac without visible denticles. Only one specialized seta on apical 3-rd of the 7-th elytral interval and 1-2 subhumeral setae on 9-th interval. }
#14
Psix Alonso-ZarazagaDer 10. Streifen am Seitenrand der Flügeldecken vollständig. { 10-th elytral stria complete along margin of elytra. Frons very narrow, eyes almost touching. Elytra fasciate. Only one short subhumeral seta on 9-th elytral interval. }
→ 15-Der 10. Streifen der Flügeldecken endet im Bereich zwischen den Hinterhüften und der 2. Abdominalnaht. { 10-th elytral stria erased between metacoxa and abdominal suture II (cf. fig. 10). Eyes well separated, frons not so narrow. If only one subhumeral seta present on 9-th interval, elytra not fasciate. }
#15
Nanodiscus Kiesenwetter, 1864🗺ColeowebTarsen nur mit 1 Klaue. { Tarsi with only 1 claw. Rostrum and frons forming an angle (in lateral view) (cf. fig. 1). 4-th sternite not foveolate laterally in either sex. }
→ 16-Tarsen mit 2 miteinander verwachsenen Klauen. { Tarsi with 2 fused claws. Rostrum and frons in the same plane (in lateral view) (fig. 2). 4-th sternite foveolate laterally in both sexes (figs. 3-4). }
#16
Ctenomeropsis VossTarsen kurz, das 1. Glied der Vordertarsen höchstens 1,5 mal so lang wie breit. { Tarsi short, 1-st protarsomere at most 1.5 X as long as wide. 8-th elytral interval in the basal 3-rd narrower and more convex than 7-th or 9-th, incompletely crenulate (fig. 11). Internal sac without teeth, flagellum bulbiform at base (fig. 57). Antennae inserted proximad of 0.50 of rostrum in both sexes. Abdominal suture I sunken laterally as two deep fossae (fig. 3). Apex of tegminal plate deeply emarginated, plate-base protrudirig forward as a median lobe with one small lateral tooth on each side (fig. 52). Arms of spiculum gastrale unwinged (fig. 54).. }
→ 17-Tarsen länger, das 1. Glied der Vordertarsen mindestens 1,5 mal so lang wie breit. { Tarsi longer, 1-st protarsomere at least 1.5 X as long as wide. 8-th elytral interval not as above, crenulate or not. Internal sac with minute teeth, flagellum not bulbiform at base. Antennae inserted distad of basal 0.50 of rostrum, rarely proximad in females. Abdominal suture I visible or obsolete but rarely with suggestion of lateral fossae (fig. 4). If tegminal apex is deeply emarginated, then plate-base reduced (bifid or almost truncate). Arms of spiculum gastrale winged or not. }
#17
→ 188. Zwischenraum der Flügeldecken unterhalb der Schulterbeule granuliert beziehungsweise gezähnelt. { 8-th elytral interval incompletely crenulate (fig. 11). Male profemora incrassate (less than 2.80 X as long as wide), in females often too; with one developed proximal tooth, more than 0.15 X as long as width of profemur, its length much greater than its basal width. }
→ 19-8. Zwischenraum der Flügeldecken nicht granuliert. { 8-th elytral interval apparently not crenulate (fig. 12). Profemora slender in both sexes (more than 2.80 X as long as wide); at most with denticles not or slightly longer than wide at base, never more than 0.15 X as long as width of profemur. }
#18
Pericartiellus Alonso-ZarazagaRüssel oberseits schwach gekielt. { Metarostrum weakly keeled dorsally, almost smooth. Tarsi long, 1-st protarsomere 1.8-2.0 and 2-nd 1.2-1.4 X as long as wide. Mesocoxae separated 0.4-0.5 their own diameter. Suture I obsolete. Penis flat, flagellum developed (figs. 62-64). Tegmen with plate-base rounded and apex not projecting (figs. 58-60). }
Dieckmanniellus Alonso-Zarazaga-Rüssel oberseits scharf gekielt. { Metarostrum strongly keeled. Tarsi very long, 1-st protarsomere about 3.0 and 2-nd about 1.5 X as long as wide. Mesocoxae separated about 0.3 X their own diameter. Suture I indicated. Penis cylindrical or compressed, modified, flagellum small, slender, slightly chitinized (figs. 69, 71). Tegminal plate-base with a median projection, apex acutely projecting medially (figs. 65-66). }
#19
Microon Alonso-Zarazaga, 1989Oberfläche der Flügeldecken nicht streifig, die Härchen erreichen kaum die Basis des nächsten. { Elytral vestiture not fasciate, hairs hardly or not exceeding the base of the following one, appressed and well arranged. Specialized erect setae absent on pronotum and tibiae, only one subhumeral seta on 9-th elytral interval. Tegminal apex deeply notched, plate-base gently rounded, almost truncate, without projections (fig. 73). Flagellum incrassate at base, sickle-shaped (fig.78). Usually smaller than 1.50 mm. }
→ 20-Oberfläche der Flügeldecken mit Streifenmuster, die Härchen deutlich die Basis des nächsten überragend. { Elytral vestiture fasciate, hairs arcuate, rather disordered, each hair exceeding very much the base of the following one. Specialized erect setae present on tibiae, pronotum and odd elytral intervals. Apex of tegminal plate truncate to slightly emarginate, plate-base strongly protruding at middle or bifid. Flagellum straight, base not incrassate. Usually larger than 1.50 mm. }
#20
Nanophyes SchoenherrPygidium der ♂ mit einem Grübchen. Die 4. Segmentnaht des Abdomens bei beiden Geschlechtern fehlend oder unvollständig (Vorsicht! Bei marmoratus kommen ♂ mit vollständiger 4. Segmentnaht vor! Genitalvergleich!). { Male pygidium foveate apically (figs. 85-86, 93-94). Suture IV absent in both sexes (fig. 4). Tegminal plate-base bifid (figs. 81-83, 90-92). Base of penis tube normal. Arms of spiculum gastrale unwinged (fig. 84). Internal sac with 2 teeth larger than rest (figs. 87-89, 95-97). Size smaller: 1.50-1.92 mm. }
Nanomimus Alonso-Zarazaga-Pygidium auch beim ♂ ohne Grübchen. Die 4. Segmentnaht des Abdomens beim ♂ vorhanden. { Male pygidium simple. Suture IV visible and functional in males. Tegminal plate-base protruding at middle, with one small toothlike projection on each side (figs. 74-75). Base of penis tube dentate in lateral view (figs. 79-80). At least one arm of spiculum gastrale winged (fig. 77). Internal sac without larger teeth. Size larger: 2.00-2.50 mm. }
Enthaltene TaxaAllomaliaCorimaliaCtenomeropsisDieckmanniellusHypophyesMicroonNanodiscusNanomicrophyes NanomimusNanophyesPericartiellusPsix Titanomalia
Literaturverzeichnis
Alonso-Zarazaga, M.A. (1989): Revision of the supraspecific taxa in the palaearctic Apionidae Schoenherr, 1823. 1. Introduction and subfamily Nanophyinae Seidlitz, 1891 (Coleoptera,Curculionoidea) - Fragmenta Entomologica, 21(2):205-262 >>>"F:\taxa\coleo\scans\Alonso-Zarazaga1989.tif"
Stüben, P.E. (2023): Schlüssel der westpaläarktischen Nanophyini (Coleoptera: Curculionoidea: Nanophyinae) - Weevil News 111 >>>https://curci.de/data/weevilnews/weevilnews_111.pdf (deutsch) oder >>>https://nanophyinae.curci.de/pdf_key/nanophyini-key.pdf (englisch)
Stüben, P.E. & Schön, K. (2024): Image key to the Corimaliini (Brentidae: Nanophyinae) - Le Charançon. Catalogues & Keys No. 7, Curculio-Institute, Mönchengladbach >>>https://nanophyinae.curci.de/pdf_key/corimaliini-key.pdf
Erstellt am: 05.08.2009 · Letzte Aktualisierung: 01.01.2024 - 11:28:01
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