Gattung: Hydaticus Leach 1817

ColeopteraDytiscidaeDytiscinae
Von Arved Lompe (n. H. Schäflein)
Körper sehr regelmäßig oval. Tiere von mittlerer Größe, 9-15 mm. Oberseite glatt erscheinend, doch mit mikroskopischer, teilweise mit gröberen Punkten durchsetzter Punktulierung. Flügeldecken mit sehr artverschiedener gelber Zeichnung. Vordertarsen der ♂ scheibenförmig, Mitteltarsen bürstenförmig erweitert, mit Saugnäpfchen besetzt. 2. Fühlerglied deutlich kürzer als 1., doch kaum kürzer als das nachfolgende 3. Glied. ♀ haben häufig auf dem Halsschild eine runzelige Skulptur, die teilweise auf die Seitenpartien der Flügeldecken übergreift. Überwiegend in stehenden Gewässern mit schlammigem Boden oder mit sich zersetzendem Laub auf dem Grunde. Von über 100 Arten auf der ganzen Welt kommen auch 6 in Europa vor.
In der Tabelle fehlt
Mittelmeergebiet und Naher Osten. ...leander Rossi, 1790
#1
grammicus (Germ., 1827)🗺ColeowebGanzer Halsschild rotgelb, höchstens am Hinterrand in der Mitte fein geschwärzt, nie mit ausgesprochener Basalbinde, wie bei den anderen Arten der Gattung. Unterseite der Hinterschenkel fast ungepunktet. Unterseite der Hinterschienen nur mit groben, teils borstentragenden Punkten im basalen Teil, während das distale Ende glatt ist. Unterseite rotgelb. Flügeldecken mit zahlreichen Sprenkeln, die längsbindenartig zusammenfließen. Kleiner, 10-11 mm. Kurz breitoval. Süd- und Mitteleuropa. Österreich, Tirol, Pfalz, Hessen, Baden, Elsaß.
→ 2-Basalrand des Halsschildes ± breit schwarz gesäumt. Diese Binde an den Seiten verschmälert, den Halsschildseitenrand nicht erreichend. Ganze Unterseite der Hinterschenkel dicht und fein punktiert. Unterseite der Hinterschienen außer den groben basalwärts gelegenen Punkten zum distalen Ende fein punktiert. Unterseite ganz oder überwiegend schwarz. Größer, über 13 mm.
#2
seminiger (Geer, 1774)Fundmeldungen🗺ColeowebSchwarzer Basalrand des Halsschildes breit, in der Mitte weit vorgezogen, 2/3 der Halsschildlänge überragend, den Vorderrand desselben manchmal erreichend [Abb. 1]. Punktierung der Flügeldecken einfach, nur aus gleichmäßig feinen Punkten bestehend. Oberseite schwarz mit breiter, hellgelber Seitenbinde, die hinter der Mitte gegabelt ist und kaum das Flügeldeckenende erreicht. In sehr seltenen Fällen auf den Flügeldecken neben dem Schildchen ein kleiner gelber Fleck, der noch seltener zu einem Querstrich werden kann (a. pseudotransversalis Pederzani). Unterseite schwarz. ♂: Vorderklauen in Basalnähe stark gebogen, zum Ende fast gerade, dadurch hakenförmig wirkend [Abb. 2]. 13-14,5 mm. Nord- und Mitteleuropa.
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Abb. 1
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Abb. 2
→ 3 → 5-Schwarzer Basalrand auf dem Halsschild schmäler; in der Mitte etwas vorgezogen, doch kaum die Mitte der Halsschildlänge überragend. Die gelbe Färbung des Halsschildes überwiegt. Trennung geschlechtsunabhängig Trennung nach Geschlechtern
#3
→ 4Punktierung der Flügeldecken doppelt, das heißt die feinen Punkte der Grundpunktierung sind durch zahlreiche deutlich gröbere Punkte durchsetzt. Halsschildbasalbinde seitlich bogenförmig verjüngt, meist schmäler als die Schwarzfärbung der Flügeldecken.
aruspex Clark, 1864🗺Coleoweb-Flügeldecken sehr fein, einfach punktiert, teilweise nur die Netzung erkennbar. Halsschild-Basalbinde seitlich wenig verengt, so breit wie die Schwarzfärbung der Flügeldecken [Abb. 3]. Außer der gelben Seitenbinde auf den Flügeldecken bei den ♀ 5 schmale, gelbe Längsbinden, die stark reduziert sein können; sie fliessen in Basisnähe zu einer Querbinde zusammen. Bei den ♂ fehlen normalerweise die Längsbinden, können aber in Rudimenten sichtbar sein. Beide Geschlechter also in der Zeichnung entweder an continentalis oder transversalis erinnernd, von diesen jedoch durch die einfache Punktierung und die Halsschildbasalbinde mit ausreichender Sicherheit zu trennen. 14-15 mm. Nordische Art. Ostseeländer, Ostpreußen, Holstein. (=laevipennis Thoms.) (=modestus Sharp, 1882)
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Abb. 3
#4
transversalis (Pont., 1763)Fundmeldungen🗺ColeowebFlügeldecken ohne Längsbinden. Die gelbe Seitenrandbinde nicht die Stärke wie bei seminiger erreichend. An der Flügeldeckenbasis in Schildchenhöhe eine gelbe Querbinde, die meist bis zur Seitenbinde reicht. Halsschildbasalbinde [Abb. 4], in seltenen Fällen in Einzelflecken aufgelöst (a. degeneratus Westh.), sehr selten fast völlig fehlend. Solche Tiere dem seminiger täuschend ähnlich, doch durch Halsschildbinde und doppelte Flügeldeckenpunktierung sicher zu unterscheiden. Vorderklauen der ♂ in ihrer ganzen Länge gleichmäßig bogenförmig gekrümmt [Abb. 5]. 12-13 mm. In ganz Europa. In Norddeutschland häufiger als im Süden
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Abb. 4
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Abb. 5
continentalis Balfour-Browne, 1944Fundmeldungen🗺Coleoweb-Flügeldecken mit Längsbinden, die in Basisnähe zu einer Querbinde zusammenfliessen. Halsschildbasalbinde schmal, seitlich verkürzt [Abb. 6]. Vorderklauen der ♂ wie bei seminiger hakenförmig gebildet. 12-14 mm. Nordische Art, in Norddeutschland nicht selten. Südlich des Mains?. Österreich und Tschechoslovakei sehr selten. (=stagnalis F.) (=modestus Schaeflein, nec Sharp, 1882)
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Abb. 6
#5
→ 6Tabelle der ♂ (Vordertarsen verbreitert)
→ 8-Tabelle der ♀
#6
Flügeldecken mit deutlichen Längsbinden; continentalis LZ >>>4
→ 7-Flügeldecken ohne Längsbinden
#7
Kleiner (12-13 mm), äußere Klaue der Hintertarsen kurz, weniger als halb so lang wie die innere; transversalis LZ >>>4
-Größer (14-15 mm), äußere Klaue der Hintertarsen lang, mehr als halb so lang wie die innere; aruspex LZ >>>3
#8
Flügeldecken ohne Längsbinden; transversalis LZ >>>4
-Flügeldecken mit ± deutlichen Längsbinden. ...9
#9
Kleiner: 12,5-14 mm; Körper nach hinten zugespitzt (elliptisch); Nahtwinkel der Flügeldecken nicht vorgezogen, Halsschild und Flügeldecken seitlich mit gekrümmten und verzweigten, eingegrabenen Stricheln, die nicht selten reduziert sein können; continentalis LZ >>>4
-Größer: 14-15 mm; Körper hinten mehr gerundet (oval), Nahtwinkel der Flügeldecken vorgezogen, Halsschild und Flügeldecken mit erheblich gräberen, schärferen, zahlreichen Stricheln, die weiter bis zur Mitte reichen und stets scharf ausgebildet sind. aruspex LZ >>>3.
Enthaltene Taxaaruspex continentalis grammicus seminiger transversalis
Erstellt am: 13.09.2010 · Letzte Aktualisierung: 25.08.2020 - 12:06:52
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