Gattung Donus Jekel

ColeopteraRhynchophoraCurculionidaeHylobiinae
Von Arved Lompe (n. G.A. Lohse)
Petri, K. (1901): Monographie des Coleopt.-Tribus Hyperini. - Siebenbürg. Verein f. Naturwiss. zu Hermannstadt.
Dieckmann, L. (1989): Die Zucht mitteleuropäischer Hyperini-Arten. Ent.Nachr.Ber. 33: 97-102.
Enthält ungeflügelte Arten von 4,5-11mm Länge. Rüssel etwas kürzer als der Halsschild, ziemlich zylindrisch, zur Spitze höchstens unwesentlich verbreitert, ± gekrümmt, punktiert und behaart bzw. beschuppt, an der Spitze kahl und glänzend, Fühler nahe der Spitze eingelenkt. Halsschild stark gewölbt, Seiten und Basis gerundet, gewöhnlich ohne Augenlappen, dicht und gleichmäßig punktiert. Vorderhüften in der Mitte der Vorderbrust gelegen. Schildchen in der Regel nicht sichtbar. Flügeldecken ± oval ohne deutliche Schulterecken, ungerade Zwischenräume teilweise gewölbt. Schenkel ungezähnt. Körper schwarz, meist matt, beschuppt und unauffällig schräg behaart, Schuppen teilweise am Ende ausgeschnitten, gespalten oder haarförmig, häufig mit leichtem Metallschimmer. Flügeldecken gewöhnlich auf den ungeraden oder auf allen Zwischenräumen mit einem charakteristischen dunklen oder hell-dunklen Gitterfleckenmuster auf bräunlichem Grunde. Die ♂ zum Teil wesentlich schlanker als die ♀, ihr Rüssel oft etwas schmaler und länger als beim ♀ (sonst umgekehrt!) und ihre Vorderschienen meist am Ende leicht einwärts gebogen.
Von 12 Donus-Arten wurden 10 aus Larven gezogen (Dieckmann l.c.). Die grauen oder grünlichen Larven entwickeln sich frei auf ihren Wirtspflanzen, wobei sie zur Fortbewegung ähnlich wie Schmetterlingsraupen Bauchschieber besitzen. Die Verpuppung erfolgt in einem der Pflanze angehefteten Kokon. Die Fraßpflanzen gehören einer Reihe verschiedener Familien an; am häufigsten sind Asteraceen (Compositen) vertreten.
Hier sind vorerst nur die mitteleuropäischen Formen azfgeführt, zahlreiche weitere Arten in Süd- und Osteuropa.
#1
Pachypera kraatzi (Capiomont 1868)🗺ColeowebBeine verdickt, Vorderschienen an der Spitze kräftig nach außen erweitert und an der Innenkante mit einigen borstentragenden Körnchen besetzt [Abb. 1]. Siehe
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Abb. 1
→ 2-Beine normal, schlank, Vorderschienen nicht nach außen erweitert. Halsschild nicht auffällig groß, erheblich schmaler als die Flügeldecken.
#2
→ 3Borstenkranz an der Spitze der Schienen dunkelbraun bis schwarz. Aedoeagus kurz und breit.
→ 6-Borstenkranz an der Spitze der Schienen hell, gelb. Aedoeagus schlank mit nach oben gebogener und häufig verdrehter Spitze.
#3
tesselatus Boheman,1834Schuppen der Flügeldecken tief gespalten, 2-spitzig [Abb. 2]. Gitterflecken meist deutlich [Abb. 3]. 5-6 mm. Mitteleuropa von Frankreich bis zur Slowakei und Böhmen, nur stellenweise und selten von der Ebene bis zum Gebirge. Von Verbascum-Arten angegeben, nach Dieckmann jedoch wahrscheinlich monophag an Achillea millefolium. Nachtaktiv.
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Abb. 2
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Abb. 3
→ 4-Schuppen der Flügeldecken einfach zugespitzt.
#4
elegans (Boh.)Streifen der Flügeldecken furchig vertieft und mit groben, zum Teil weitläufigen Punkten besetzt, Zwischenräume gewölbt. Halsschild vor der Basis nicht oder fast nicht eingeschnürt. Flügeldecken beim ♂ kurz-oval, beim ♀ breit und sehr kurz-oval. Dunkle Gitterflecken gewöhnlich deutlich und zahlreich, Integument daher vorherrschend dunkel, helle Flecken meist kupfer- oder messingglänzend. Aedoeagus [Abb. 4]. 5,5-7,5 mm. Karpaten bis Sudeten, Böhmerwald, Südostalpen, vereinzelt und selten. Von Knautia silvatica gemeldet, Larve an Achillea millefolium aufgezogen.
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Abb. 4
→ 5-Streifen der Flügeldecken fein mit kleinen, ± dicht stehenden Punkten besetzt, Zwischenräume fast flach. Halsschild vor der Basis deutlich eingeschnürt und ausgestellt. Flügeldecken beim ♂ lang-oval, beim ♀ kurz-oval. Gitterflecken gewöhnlich undeutlich und ein wenig auffällig, Integument verwaschen, stumpf graubraun. Aedoeagus kurz, an der Spitze breit abgestutzt.
#5
intermedius (Boh., 1842)Halsschild vor der Basis deutlich eingeschnürt und zur Basis meist ausgestellt, hinter dem Halsschildvorderrand deutlich eingeschnürt. Flügeldecken lang-oval, etwa doppelt so lang wie breit. Geißelglieder 3-7 rundlich, perlschnurartig. Aedoeagus an der Spitze breit abgestutzt [Abb. 5]. 6,5-8 mm. Pyrenäen, Alpen, Karpaten, Sudeten, Böhmen, montan. Oligophag an Labiaten und Compositen, Larve an Centaurea jacea und Salvia verticillata aufgezogen, auch auf Mentha officinalis beobachtet.
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Abb. 5
nidensis Mazur & Petryszak-Körper kleiner. Halsschild vor der Basis tiefer eingeschnürt und zur Basis weiter ausgestellt, hinter dem Halsschildvorderrand nicht eingeschnürt. Flügeldecken beim ♀ kürzer, etwa 1,7mal so lang wie breit, beim ♂ schlanker [Abb. 6]. Geißelglieder 3-5 so lang wie breit, Glied 6 quer, Glied 7 fast doppelt so breit wie lang. Aedoeagus an der Spitze schmal abgestutzt [Abb. 7]. 4,2-5,1 mm. In Südpolen im Nida-Tal, unweit von Krakau auf xerothermen Standorten an Inula ensifolia gefunden.
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Abb. 6
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Abb. 7
#6
palumbarius (Germ., 1821)Seiten des Halsschilds unterhalb der Mitte mit groben, wenig dichten Punktgruben besetzt und dort spärlicher behaart. Schultern der Flügeldecken kräftig, stumpf verrundet [Abb. 8]; ungerade Zwischenräume mit Ausnahme des 1. erhöht, an der Basis vom 4.-6. Zwischenraum mit hellen Haarschuppen. Aedoeagus [Abb. 9]. 5,7-7,5 mm. Montan bis subalpin, in den deutschen Mittelgebirgen (alte Meldungen), Alpen, Sudeten, Karpaten und im Nordwestteil der Balkanhalbinsel. Von Petasites und Tussilago gemeldet, Larve auf Salvia glutinosa L. beobachtet.
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Abb. 8
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Abb. 9
→ 7-Seiten des Halsschilds ohne auffällige grobe Punktgruben, gleichartig mit der Halsschildoberseite punktiert oder gekörnt; selten mit einigen groben Punkten (segnis (Cap.)), dann aber Schultern flach verrundet [Abb. 10] und 4.-6. Zwischenraum an der Flügeldeckenbasis ohne durchgehende helle Makel.
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Abb. 10
#7
→ 8Kleine Arten bis 6,2 mm Länge.
→ 9-Größere Arten ab 6,5 mm Länge.
#8
segnis (Cap., 1867)Ungerade Zwischenräume der Flügeldecken deutlich erhöht, 3. Zwischenraum an der Basis gewöhnlich breit 3-eckig erweitert und erhöht. Halsschild besonders vor der Basis merklich uneben, mit wulstig umrandeten Punkten, diese mit unregelmäßigen, oft größeren und schuppig chagrinierten Abständen. ♀ auffällig breit oval. Aedoeagus [Abb. 11]. 5,5-6 mm. Ostalpen bis Tirol; Karpaten und Sudeten. Montan bis subalpin.
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Abb. 11
rubi (Krauss)-Der vorigen Art sehr ähnlich und von ihr in folgenden Punkten verschieden: ungerade Zwischenräume der Flügeldecken nur undeutlich (oft gar nicht) erhöht, 3. Zwischenraum an der Basis nicht oder nur gering erweitert; Punkte des Halsschilds ungleich und uneben, im Mittel dicht benachbart und von ± schmalen Wülsten getrennt. Spitze des Aedoeagus weniger schlank ausgezogen [Abb. 12]. 4,5-6,2 mm. Ostalpen und Karpaten. Montan bis subalpin. Lebt auf Rubus idaeus und hirtus.
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Abb. 12
#9
→ 10Zwischenräume der Flügeldecken ohne Körnchen; 1. Zwischenraum zur Flügeldeckenspitze nicht verengt; Nahtwinkel in der Regel schwach klaffend [Abb. 13]. Spitze des Aedoeagus schräg abgeschnitten [Abb. 14].
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Abb. 13
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Abb. 14
→ 11-Zwischenräume der Flügeldecken mit kleinen, manchmal undeutlichen Körnchen; 1. Zwischenraum zur Flügeldeckenspitze verengt; Nahtwinkel in der Regel nicht klaffend [Abb. 15]. Spitze des Aedoeagus gerade abgeschnitten und verrundet [Abb. 16]. Hierher 3 nahe verwandte Arten, zu deren Erkennung wegen großer Variabilität stets die Summe aller Merkmale berücksichtigt werden sollte.
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Abb. 15
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Abb. 16
#10
comatus (Boh., 1842)Habitus ♀ [Abb. 17], ♂ [Abb. 18]. 1.Zwischenraum an der Flügeldeckenspitze wenig oder nur mäßig aufgewölbt [Abb. 13]. Sehr variable Art mit geographischen Formen: f. borealis Krauss (im Mittel etwas größer und gestreckter, Halsschild kürzer und an den Seiten stärker gerundet, aus den Südostalpen) und f. carpaticus Petri (deutlich schlanker und an velutinus erinnernd, aus den Karpaten). Aedoeagus [Abb. 14] [Abb. 19]. 6,5-9,5 mm. In mittleren Gebirgslagen der Alpen, Sudeten, Karpaten und nordwestlichen Balkanhalbinsel; deutsche Gebirge bis Hessen und Sachsen; auch die Angaben für velutinus aus Mitteleuropa und insbesondere aus Frankreich sind hierher zu ziehen. Wird auf verschiedenen Pflanzen feuchtschattiger Biotope, meist Chaerophyllum-, Anthriscus- und Aruncus-Arten, gefunden; Larven an Chaerophyllum, Polygonum bistorta und Geranium aufgezogen.
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Abb. 17
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Abb. 18
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Abb. 13
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Abb. 14
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Abb. 19
velutinus (Boh.)-Der vorigen Art sehr ähnlich und in Folgendem verschieden: 1. Zwischenraum an der Flügeldeckenspitze in der Regel deutlich wulstig emporgehoben und dort an der Innenkante ausgedehnter dunkel behaart [Abb. 20]; Beine länger; Spitze des Aed, länger ausgezogen und stärker abgeschrägt [Abb. 21]; Fühlerschaft am verdickten Ende mindestens in einem oberseitigen Flecken angedunkelt, nur sehr selten einfarbig rotbraun. 7-10 mm. In den Karpaten verbreitet, nach Westen bis zur Tatra. Montan, von Aconitum napellum, Doronicum austriacum und Rumex alpinus angegeben.
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Abb. 20
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Abb. 21
#11
oxalidis (Herbst)Körperumriß beim ♂ sehr schlank, beim ♀ bauchig erweitert, jedoch merklich gestreckter als bei den folgenden [Abb. 22]. Aedoeagus mit lang ausgezogener Spitze [Abb. 23]. Körnchen auf den Zwischenräumen der Flügeldecken oft wenig deutlich; 3. und 9. Zwischenraum am Flügeldeckenende verbunden, beulig erhöht und in Richtung Naht-Winkel ± verlängert (jedoch nicht über das Abdomen hinaus), dadurch in der Regel der 1. und 2. vom 10. und 9. Punktstreifen getrennt [Abb. 24], seltener Punktstreifen noch schwach verbunden. 8-11 mm. Karpaten. Biologie wie bei ovalis.
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Abb. 22
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Abb. 23
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Abb. 24
→ 12-Körperumriß beim ♂ schlank, beim ♀ stark bauchig erweitert [Abb. 25]. Aedoeagus mit kurzer Spitze. Körnchen auf den Zwischenräumen der Flügeldecken deutlich.
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Abb. 25
#12
ovalis (Boh., 1842)3. und 9. Zwischenraum am Flügeldeckenende verbunden und dort schwach beulig emporgehoben, in der Regel auch 2. und 9. Punktstreifen verbunden [Abb. 15], seltener Ausbildung der Flügeldeckenspitze wie beim Vorigen. Aedoeagus [Abb. 16]. 6,5- 10 mm. Im südlichen Mitteleuropa weit verbreitet, Ostfrankreich, Rheinland, süddeutsche Mittelgebirge, Alpen bis Norditalien, Nordbalkan, Sudeten bis Rumänien. Montan. Gewöhnlich in feuchten Biotopen an verschiedenen Pflanzen wie Petasites, Adenostyles, Senecio oder Chaerophyllum, stellenweise häufig.
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Abb. 15
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Abb. 16
viennensis (Hbst., 1795)-Die durch den Zusammenschluß von 3. und 9. Zwischenraum am Flügeldeckenende gebildete Beule kurz schnabelförmig über das Abdomen hinaus verlängert [Abb. 26]. Dem Vorigen in Körperform und Flügeldeckenkörnelung annähernd gleich, jedoch im Gegensatz zu diesem häufig mit in der vorderen Flügeldeckenhälfte erhöhten 7., 5. und zum Teil auch 3. Zwischenräumen. Spitze des Aedoeagus teilweise noch etwas kürzer als bei ovalis. Bayern (Chiemsee-Gebiet), Ostalpen, Nieder- und Oberösterreich, Steiermark, Kärnten, Slowakei und Karpaten; montan bis subalpin.
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Abb. 26
Enthaltene Taxacomatus elegans intermedius nidensis ovalis oxalidis Pachyperapalumbarius rubi segnis tesselatus velutinus viennensis
Erstellt am: 03.05.2017 · Letzte Aktualisierung: 13.07.2021 - 18:46:13
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