Gattung Cychrus Fabricius 1774

CarabidaeCarabinaeCychrini
Von Arved Lompe (n. H. Freude, J. Trautner)
Größere Arten von 12-23 mm, meist nachts aktiv, tagsüber unter Moos und morscher Rinde versteckt. Der für die Gattung typische verlängerte Kopf mit den langen Oberkiefer kennzeichnet die Tiere als Schneckenfresser, wenn sie auch Würmer und andere Beute nicht verschmähen. Diese Kopfform wird als ,,cychroid" bezeichnet, sie findet sich auch bei Schneckenfressern anderer Gattungen und Familien. Sie erlaubt den Räubern tief in Schneckenhäuser einzudringen. Auffallend unter den Carabiden sind die großen beilförmigen und schaufelförmig ausgehöhlten Endglieder der Taster, die hochgewölbten Flügeldecken und die sehr breiten Epipleuren.
In der Tabelle fehlende Arten:
Armenien, Georgien, Südrußland. ...aeneus Fischer von Waldheim, 1823
Bosnien. ...rugicollis K. Daniel & J. Daniel, 1898
Italien. ...grajus K. Daniel & J. Daniel, 1898
Georgien, Südrußland (mehrere Unterarten). ...rosti Roeschke, 1907
Türkei, Georgien. ...signatus Faldermann, 1836
Südrußland, Georgien. ...starcki Reitter, 1888
#1
angustatus Hoppe & Hornsch., 1825Fundmeldungen🗺ColeowebHalsschild oben stark gewölbt, mit nur angedeutetem Seitenrandwulst, aber die umgeschlagenen Seitenteile durch eine scharfe Furche vom Prosternum abgegrenzt. Glänzend schwarz. Flügeldecken an der Basis undeutlich längsgestreift, dann unregelmäßig lederartig skulptiert und schließlich flach rundkörnig, in der Mitte mit 3 erkennbaren, unregelmäßig unterbrochenen Längsstreifen. 18-23 mm. V: Montan und subalpin in den Alpen Deutschlands (nur Allgäu), West- und Südösterreichs und südlich bis Bosnien.
→ 2-Halsschild flacher, mit deutlich abgesetztem, glatten und erhabenen Seitenrandwulst.
#2
→ 3Der Seitenrandwulst des Halsschildes verläuft ober- und innerhalb der größten Halsschildbreite, so daß bei Aufsicht die Seitenteile der Vorderbrust vollständig zu sehen sind [Abb. 1].
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Abb. 1
→ 4-Der Halsschildseitenrand verläuft längs der größten Halsschildbreite, so daß bei Aufsicht die Seitenteile der Vorderbrust höchstens an der Basis sichtbar sind.
#3
schmidtii Chaudoir, 1837Fundmeldungen🗺ColeowebHalsschild kaum länger als breit, mit Seitenrandborste. 1. Fühlerglied mit Apikalborste. Flügeldecken körnig-lederartig skulptiert, nur die beiden inneren Längsstreifen schwach angedeutet. Schwarz, schwachbronzen glänzend, Hinterleib und Extremitäten ± bräunlich. 15-18 mm. B: Alpin und subalpin. V: In den Südostalpen in Mitteleuropa in Österreich (Kärnten).
cylindricollis Pini, 1871🗺Coleoweb-Halsschild viel länger als breit, ohne Seitenrandborste; auch das 1. Fühlerglied ohne Apikalborste. Schwarz. Flügeldecken und Beine ebenfalls schlank. Flügeldecken lederartig gerunzelt mit 3 schwach angedeuteten Streifen, vorne punktiert, nach hinten zu gekörnt. 20-23 mm. V: Bergamasker Alpen.
#4
→ 5Halsschildhinterecken +/- verrundet [Abb. 2]. Flügeldecken mit oder ohne deutliche Kettenstreifen.
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Abb. 2
→ 11-Halsschildhinterecken in spitze Dornen ausgezogen [Abb. 3]. Flügeldecken mit starken Kettenstreifen. Frankreich, Spanien
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Abb. 3
#5
angulicollis Sella, 1874🗺ColeowebHalsschild quer, Der Seitenrand über die ganze Länge breit aufgebogen. Flügeldecken mit deutlichen Schultern. Skulptur der Flügeldecken zur Spitze weniger ausgeprägt. 15-16 mm. V: Seealpen
→ 6-Halsschild wenigstens vorne mit schmal abgesetztem Seitenrand, meist in ganzer Länge.
#6
→ 7Stirn mit einem tiefen Eindruck zwischen den Augen.
→ 9-Stirn zwischen den Augen höchstens undeutlich quer eingedrückt.
#7
semigranosus Palliardi, 1825🗺ColeowebHalsschildseitenrand vorne schmal und nach hinten breit angesetzt, an der Basis kaum schmäler als am Vorderrand; bei der var. balcanicus zur Basis stark verschmälert.. Flügeldecken schwarz mit Bronzeglanz, mit 5 Intervallen zwischen den primären, hinten in Tuberkeln aufgelösten Streifenintervallen. 17-20 mm. V: Balkanhalbinsel vom Banat bis Bosnien.
→ 8-Seitenrand des Halsschilds über die ganze Länge schmal, nach hinten gerade oder konkav verengt.
#8
hampei Gestro, 1874🗺ColeowebBlauschwarz, Fühler und Beine etwas heller braun. Halsschild zur Basis konkav verengt. Kleinere Art von 16-22 mm. V: Dalmatien, Herzegowina.
italicus Bonelli, 1810🗺Coleoweb-Schwarz. Halsschild zur Basis gerade verengt. Vorletztes Glied der Kiefertaster ohne Apikalborsten. Vorderschienen gefurcht. Flügeldecken relativ breiter. Größer: 22-25 mm. V: Seealpen.
#9
attenuatus F., 1792Fundmeldungen🗺ColeowebSchienen gelbrot. Schwarz mit deutlichem Bronzeschimmer. Halsschild mit weniger stark abgesetztem Seitenrand, zur Basis etwas stärker, andeutungsweise konkav verengt; Basis schmaler als der Vorderrand. Flügeldecken mit verrundeten Schultern, vorn längsstreifig, dann körnig skulptiert, mit 3 deutlichen Kettenstreifen, die etwas unregelmäßig unterbrochen sind [Abb. 4]. 11-17 mm. B: In Laub- und Nadelwäldern bis zur Baumgrenze. V: Montan von den Pyrenäen über Mittel- und das nördliche Südeuropa (südlich bis Rom, Bosnien), die Karpaten bis Rußland verbreitet. Die f. intermedius Heer 1837 klein, alpin bis subalpin.
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Abb. 4
→ 10-Schienen wie die übrigen Beine schwarz.
#10
cordicollis Chaudoir, 1835🗺ColeowebFlügeldecken ungleichmäßig granuliert, Kettenstreifen deutlich zu unterscheiden. Oberseite mit deutlichem Bronzeglanz. Halsschildseiten vor der konkaven Verengung zur Basis etwas gewinkelt. V: Westliche Zentralalpen, Monte Rosa.
caraboides (L., 1758)Fundmeldungen🗺Coleoweb-Flügeldecken +/- einförmig granuliert, primäre und sekundäre Kettenstreifen kaum zu unterscheiden [Abb. 5]. Vorletztes Kiefertasterglied mit langen Apikalborsten [Abb. 6]. Kopf zwischen den Augen +/- flach. Ganz schwarz. Halsschild zur Basis mäßig verengt, diese etwa so breit wie der Vorderrand, nicht breiter als lang. Vorderschienen nicht gefurcht. Flügeldecken vorn mehr darmartig-lederartig, hinten mehr flachkörnig skulptiert, die 3 Längsreihen oft kaum angedeutet. 12-20 mm. B: In feuchten Laub- und Nadelwäldern von der Ebene bis zur Zwergstrauchzone. V: Weit verbreitet, Europa nördlich bis zum Nordkap und Südfinnland, südlich bis zu den Pyrenäen, Mittelitalien und Bosnien, östlich bis Westrußland. Die Verbreitungsgebiete der ssp. sind nicht sicher abzugrenzen. Hierher gehören auch die beiden Gebirgsformen pygmaeus Chaudoir 1837 und convexus Heer 1837 mit flacherem Seitenrandwulst, letztere mit besonders kurzem Halsschild. Eine etwas gestrecktere Form, Flügeldecken hinten länger zugespitzt, meist schwächer glänzend. Halsschild flacher gewölbt, seine Hinterecken ± abgeflacht ausgezogen, Unterseite der Vordertarsen weniger dicht behaart, besonders in ebenen und niedrigeren Lagen in West- und Mitteleuropa auftretend, wurde früher als ssp. rostratus L. angesehen. Hierher gehörte die ebenfalls früher als ssp. angesehene Form hoppei Ganglbauer, 1892 der Ostalpen und deren Vorgebirge, die östlich bis Siebenbürgen verbreitet ist. Diese Formen werden heute nicht mehr als ssp. anerkannt; sie stellen nur Extreme einer ziemlich variablen Grundgesamtheit dar.
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Abb. 5
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Abb. 6
#11
dufouri Chaud., 1869🗺ColeowebHalsschild breiter als lang, nach hinten stark verengt. Flügeldecken ebenfalls sehr breit [Abb. 7]. Größer: 16-18 mm. Glänzend schwarz. V: Südfrankreich
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Abb. 7
spinicollis Duf.Fundmeldungen🗺Coleoweb ibericus Jeanne, 1976🗺Coleoweb-Halsschild kaum breiter als lang (ca. 1,1x), nach hinten weniger stark verengt. Flügeldecken schlanker [Abb. 8]. Schwarz mit Bronzeglanz. Kleiner: 13-16 mm. V: Spanien, Kantabrien Hierher noch eine weitere, mir unbekannte Art aus Nordspanien
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Abb. 8
Enthaltene Taxaangulicollis angustatus attenuatus caraboides cordicolliscylindricollis dufouri hampei ibericus italicus schmidtii semigranosus spinicollis
Erstellt am: 05.03.2007 · Letzte Aktualisierung: 15.03.2022 - 10:57:22
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