Familie Coccinellidae (Marienkäfer)

Coleoptera
Von Arved Lompe (n. H. Fürsch)
Mader, L. (1926/37): Evidenz der palaearktischen Coccinelliden und ihrer Aberrationen in Wort und Bild 1. Teil - Zusammendruck >>>"F:\TAXA\coleo\Scans\Mader1926-37 Coccinellidae I.pdf" p.11
Mader, L. (1955): Evidenz der palaearktischen Coccinelliden und ihrer Aberrationen in Wort und Bild 2. Teil - Ent.Arb.Mus.Gg.Frey 6:764-1037 >>>"https://www.zobodat.at/pdf/Entomologische-Arbeiten-Museum-Frey_6_0764-1035.pdf" oder >>>"F:\TAXA\coleo\Scans\Mader1955 Coccinellidae II.pdf" p.768
Augen groß, meist sehr fein facettiert, den größten Teil der Kopfs. einnehmend und mit der Stirn in einer Ebene abgeflacht, innen meistens durch einen schmalen Fortsatz der Wangen zum Teile durchsetzt. Basis der Flügeldecken ausgerandet und aus einer einfachen Kante bestehend; der Halsschild genau an diese angesetzt, ohne sie im geringsten zu übergreifen. Fühler meistens sehr kurz und gewöhnlich auf die Unterseite gelegt. Epipleuren der Flügeldecken vorne breit, nach hinten allmählich verengt, horizontal ausgebreitet, Flügeldecken ohne Punktstreifen, nur bei Coccidula mit unordentlichen Punktreihen. Körper rund oder kurzoval, unten flach, oben gewölbt, meistens geflügelt. Die Tarsen stets mit gelapptem 2. Glied, in dem das 3. sehr kleine versteckt erscheint, nur bei den Lithophilini ist es frei sichtbar.
Die Oberseite der Käfer ist gelb mit dunklen, oder dunkel mit gelben oder roten veränderlichen Flecken, ganz schwarze oder gelbe Arten bilden eine Ausnahme. Die Larven freilebend, mit ziemlich langen und dicken Beinen, meist bunt gefärbt, auf der Oberseite mit behaarten Warzen oder dornförmigen, oft verästelten Fortsätzen. Die Nymphe mit dem von der abgestreiften Larvenhaut umschlossenen Hinterende fixiert, oder der ganzen Länge nach von der in der Mittellinie des Rückens gespaltenen Larvenhaut umschlossen. Die Käfer und Larven leben von Blatt-, Schild- und Wolläusen, nur in der Unterfamilie Epilachninae sind Pflanzenfressser vertreten.
Die Systematik der Coccinelliden ist in einen andauernden Fluß; statt ehemals 7 Unterfamilien soll es nach molekulargenetischen Untersuchungen nur noch 2 geben. Ich folge hier im Bestimmungsgang sowohl Fürsch (l.c.) als auch Mader (1955), und gebe die aktuelle Systematik nach dem letzten Paläarktischen Katalog (2007) an.
Bestimmungsschlüssel für die nordamerikanischen Arten siehe >>>http://www.discoverlife.org/users/l/Losey,_John/JEL.html und >>>Coccinellidae_NA
#1
Tetrabrachys Kapur, 1948Tarsen deutlich 4-gliedrig, das 2. Tarsen Glied kurz, das 3. ganz frei liegend [Abb. 1]. Körperform gestreckt, Halsschild herzförmig. Unterfamilie Coccidulinae, Tribus Lithophilinae. Nur Gattung (=Lithophilus Fröhlich)
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Abb. 1
→ 2-Tarsen pseudotrimer, das 2. Tarsenglied in einen langen Lappen ausgezogen, das 3. Glied wird von der gefurchten Oberseite des 2. Glied aufgenommen [Abb. 2]. Körperform meist rundlich.
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Abb. 2
#2
EpilachninaeAugen ganzrandig [Abb. 3] oder vorne nur leicht eingebuchtet. Die Fühler in einer seitlichen tiefen Ausrandung der Stirn zwischen den Augen und auf der Höhe der vorderen Augenhälften eingefügt [Abb. 4]. Sie sind nach oben frei beweglich. Oberseite behaart [Abb. 5], aber bei unseren Arten nicht gewirbelt. Oberkiefer ohne Basalzahn [Abb. 6]. Pflanzenfresser.
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Abb. 3
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Abb. 4
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Abb. 5
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Abb. 6
→ 3-Augen vorne durch eine schmale. astförmige Verlängerung der Wange ausgerandet, die manchmel sehr klein und leicht zu übersehen ist. Die Fühler sind dicht vor den Augen eingefügt, unter dem Seitenrand der Stirn und meist hinter dieser Verlängerung der Wange. Die Fühler sind meist nicht nach oben beweglich. Oberseite behaart oder unbehaart. Oberkiefer mit Basalzahn [Abb. 7]. Blattlaus-, Milben- und Pilzfresser.
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Abb. 7
#3
ChilocorinaeKopfschild vor den Augen stark erweitert, er greift tief in die Augen ein und bedeckt die Fühlerwurzel vollkommen [Abb. 8].
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Abb. 8
→ 4-Kopfschild über der Fühlerwurzel nicht erweitert [Abb. 9], die Fühlerwurzel liegt frei.
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Abb. 9
#4
→ 5Das letzte Glied der Kiefertaster spindelförmig [Abb. 10] [Abb. 11].
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Abb. 10
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Abb. 11
→ 6-Das letzte Glied der Kiefertaster erweitert, beilförmig [Abb. 12].
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Abb. 12
#5
Sticholotidini Weise, 1901🗺ColeowebFühlerkeule gegliedert [Abb. 13]. Oberseite behaart oder unbehaart. Alle Hüften breit getrennt [Abb. 14]. Unterfamilie Sticholotidinae, Tribus
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Abb. 13
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Abb. 14
Delphastus Casey, 1899🗺Coleoweb-Fühlerkeule nicht gegliedert [Abb. 15]. Kugelig gewölbt, glatt [Abb. 16]. Unterfamilie Microweiseinae, Tribus Serangiini. Importierte Arten.
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Abb. 15
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Abb. 16
#6
→ 7Oberseite des Körpers behaart.
→ 8-Oberseite des Körpers nicht behaart.
#7
CoccidulinaeAugen grob facettiert, Fühler meist lang, ihre Spitzen erreichen etwa die Halsschildmitte, im Extremfall den Hinterrand des Halsschilds [Abb. 17] [Abb. 18]
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Abb. 17
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Abb. 18
Scymninae-Augen fein facettiert, Fühler kürzer, den Hinterrand der Augen knapp überrragend [Abb. 19] [Abb. 20] oder, bei einer > 3,5 mm großen, importierten Art, den Vorderrand [Abb. 21] des Halsschilds überragend .
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Abb. 19
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Abb. 20
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Abb. 21
#8
Hyperaspis Redtenb.Halsschildhinterecken und die Schultern kurz gerundet, +/- eckig; der Halsschild schließt in ganzer Breite an die Flügeldeckenbasis an [Abb. 22]. Augen ganzrandig, ohne Augenkiel. Flügeldeckenepipleuren mit deutlichen Gruben zur Aufnahme der Mittel und Hinterschenkelspitzen. Fühler kürzer als der Kopf. Kleine bis mittelgroße Coccinelliden, glänzend schwarz, meist mit hellgelbem Fleck vor jeder Flügeldeckenspitze. Unterfamilie Scymninae, Tribus Hyperaspini, Gattung
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Abb. 22
Coccinellinae-Die Hinterecken des Halsschilds und die Schultern sind lang gerundet, so daß der Halsschild nicht in ganzer Breite an die Flügeldeckenbasis anschließt [Abb. 23]. Augen mit deutlicher Ausrandung am Vorderrand [Abb. 24]. Epipleuren der Flügeldecken ohne tiefe Grübchen. Fühler meist länger als der Kopf.
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Abb. 23
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Abb. 24
Enthaltene TaxaChilocorinaeCoccidulinaeCoccinellinaeDelphastusEpilachninaeHyperaspisScymninaeSticholotidiniTetrabrachys
Erstellt am: 05.08.2009 · Letzte Aktualisierung: 10.04.2025 - 01:03:38
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