Gattung Chrysanthia Schm.

ColeopteraHeteromeraOedemeridae
Von Klaus Liebenow und Arved LompeLiteraturverzeichnis ⇒
Körper gestreckt, meist glänzend blau, grün oder kupferig. Kopf vorgestreckt, Augen stark vorragend, hoch gewölbt, bei Seitenansicht eiförmig, vorn nicht ausgerandet. Stirn leicht gewölbt, zwischen den Augen viel breiter als zwischen den Fühlerwurzeln. Fühler lang und fadenförmig, weit vor dem Vorderrand der Augen, fast am Rand der Clypealsutur entspringend, Fühlerbeule kaum erkennbar. Halsschild länglich herzförmig. Flügeldecken lang und parallel, hinten leicht verengt, die Spitze etwas klaffend, von oben stumpfwinklig ausgezogen. Oberseite mit Längsrippen, die nicht gekörnelt sind. Beine lang und dünn, Vorderschienen mit je zwei Enddornen. Vorletztes Glied aller Tarsen erweitert. 7 Arten in Europa.
#1
superba Reitter, 1872Halsschild am Vorderrand in der Mitte tief ausgerandet und an der Basis seitlich stark eingebuchtet [Abb. 1] [Abb. 2]. 6-9 mm. Iberische Halbinsel.
chrysanthia_superba_hsch.gif
Abb. 1
chrysanthia_superba_hab.gif
Abb. 2
→ 2-Halsschild am Vorderrand in der Mitte nur schwach ausgerandet.
#2
geniculata (W. Schmidt, 1846)Schienen gelb, Vorderschenkel bis auf den Hinterrand gelb. Flügeldecken am Seitenrand neben der hellen Grundbehaarung mit aufstehenden schwarzen Haaren. Halsschild kürzer, Vorderrand gerade abgestutzt, ohne Mittelfurche, Scheibe nur mit Spuren von Eindrücken [Abb. 3]. Körper weniger glänzend. Kopf fein, jedoch gut erkennbar punktiert, zwischen den Punkten chagriniert, deshalb fettglänzend. Halsschild stärker punktiert, jedoch nicht runzelig. Flügeldecken erloschen granuliert-punktiert. Körper metallisch grün oder blau, selten kupferig [Abb. 4]. 5-8 mm. Von Europa bis Sibirien verbreitet, jedoch nach Süden seltener oder fehlend; überall vorhanden und nicht selten. (viridis Schm., nigricornis Westh.)
chrysanthia_geniculata_vk.jpg
Abb. 3
chrysanthia_geniculata_hab.jpg
Abb. 4
→ 3-Mittel- und Hinterschienen dunkel, höchstens an der Basis und auf der Unterseite etwas gelblich. Flügeldecken einfach behaart, höchstens mit vereinzelten aufstehenden, hellen Härchen an der Spitze.
#3
→ 4Schenkel einfarbig dunkel.
→ 6-Schenkel zumindest an der Basis gelb.
#4
viridissima (L., 1758)Vorderschienen wenigstens auf der Unterseite gelb, Mundwerkzeuge und Unterseite des 1. und 2. Fühlergliedes gelb. Punktur des Kopfes fein. Halsschild stark herzförmig, Vorderrand in der Mitte leicht ausgerandet, Mittellängslinie unterbrochen, Basis eingedrückt, Scheibe vor der Mitte oder die Seiten beiderseits eingedrückt [Abb. 5]. Die Behaarung der Flügeldecken kurz und anliegend, einfach nach hinten gerichtet, höchstens am Ende sind einige längere, jedoch gelbe Haare. Halsschild sehr grob, seitlich fast rugulos punktiert, Flügeldecken gerunzelt-gekörnelt punktiert. Körper metallisch grün [Abb. 6], Beine dunkel, Vorderschienen unten gelb. 5-10 mm. Von Europa bis Sibirien verbreitet, im südlichen Mitteleuropa ziemlich häufig. Larve im Holz, die Käfer findet man vorwiegend an Blüten an Waldrändern.
chrysanthia_viridissima_vk.jpg
Abb. 5
chrysanthia_viridissima_hab.jpg
Abb. 6
→ 5-Alle Schienen, Mundwerkzeuge und Fühlerglieder dunkel.
#5
planiceps Kiesenwetter, 1861Halsschild kurz herzförmig, Hinterrand des Halsschildes mit 3 Gruben, Beine stark behaart. 8-11 mm [Abb. 7]. Kaukasus, Türkei. varipes ssp.
chrysanthia_planiceps_hab.jpg
Abb. 7
reitteri Seidlitz, 1899-Halsschild lang gestreckt, schwach herzförmig Hinterrand des Halsschildes ohne Gruben, nur die Schienen länger behaart. 7-10 mm [Abb. 8]. Iberische Halbinsel.
chrysanthia_reitteri_hab.gif
Abb. 8
#6
→ 7Alle Schenkel nur am Anfang gelb.
flavipes Reitter, 1889-Schenkel mehr als die Hälfte gelb, Vorderschenkel gelb mit einem schwarzen Strich auf der Außenseite, Flügeldeckenrippen kräftig; 5 mm [Abb. 9].
chrysanthia_flavipes_hab.jpg
Abb. 9
#7
→ 8Punktur des Halsschildes fein, Mundwerkzeuge überwiegend hell.
varipes Kiesenwetter, 1861-Punktur des Halsschildes tief und dicht, Mittelfurche tief, Schienen dunkel, Mundwerkzeuge dunkel, Hinterschenkel bis zur Mitte gelb. 6-9 mm [Abb. 10]. Östliches Europa, Türkei. Stammform. varipes ssp.
chrysanthia_varipes_hab.jpg
Abb. 10
#8
cyprica Pic, 1920Flügeldeckenrippen stark ausgebildet, Punktur des Kopfes grob, Grube am Hinterrand des Halsschildes länglich, Vorderrand des Halsschildes grob punktiert, Beine abstehend behaart. 5-7 mm [Abb. 11]. Zypern.
chrysanthia_cyprica_hab.jpg
Abb. 11
hamata Vázquez, 1989-Flügeldeckenrippen schwach ausgebildet, Punktur des Kopfes fein, Grube am Hinterrand des Halsschildes quer, Vorderrand des Halsschildes fein punktiert, Beine anliegend behaart. 8-9 mm [Abb. 12]. Spanien.
chrysanthia_hamata_hab.gif
Abb. 12
Enthaltene Taxacyprica flavipes geniculata hamata planiceps reitteri superba varipes viridissima
Literaturverzeichnis
Erichson, W. F. (1899): Naturgesch. Ins. Deutschlands, Berlin
Svihla, V. (2008): Oedemeridae in Löbl, I. & Smetana, A., Catalogue of Palaearctic Coleoptera, Volume 5, Stenstrup
Vázquez, X. A. (2002): European Fauna of Oedemeridae, Barcelona
Erstellt am: 16.02.2011 · Letzte Aktualisierung: 05.08.2014 - 11:32:29
Creative Commons LizenzvertragKäfer Europas herausgegeben von Arved Lompe sind lizenziert unter den Bedingungen der Creative Commons International 4.0 Lizenz BY-SA (Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen)