Gattung: Brachyderes Schönh.

ColeopteraRhynchophoraCurculionidaeBrachyderinaeBrachyderini
Von Arved Lompe (n. E. Reitter, A. Hoffmann)
Hoffmann, A. (1963 ): Révision des Brachyderes paléarctiques et description d'un Strophosomus nouveau du Portugal (Col. Curculionidae) - Revue Francaise d'Entomologie (Nouvelle), 30(4):276-287
Hinterschienen an der Außenseite stark schräg und gerade abgestutzt und mit längeren starren Borsten bewimpert [Abb. 1]. Rüssel sehr kurz und breit, Fühler lang, den Vorderrand des Halsschilds erreichend oder ihn überragend, Fühlerfurche dick, zum Teil auf der oberen Kante gelegen. Körper verhältnismäßig groß, fein behaart und mit eingesprengten Schuppen dazwischen. Flügeldecken oval, beim ♀ deutlich, beim ♂ nicht oder wenig breiter als der Halsschild. Die Arten leben bevorzugt auf Coniferen. Im Süden Europas mit zahlreichen Arten vertreten.
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Abb. 1
#1
→ 2Halschild an der Basis - manchmal nur fein - gerandet oder gewulstet. Halsschild mit oder ohne Eindruck. Flügeldecken in beiden Geschlechtern mit oder ohne Mucro. Analsegment beim ♀ gefurcht. Untergattung Sulciurus Flach
→ 10-Halsschild an der Basis ungerandet, die Scheibe höchstens schwach eingedrückt (beim ♀). Flügeldecken ohne Mucro. Untergattung Brachyderes s.str.
#2
→ 3Halsschild ohne Eindrücke auf der Scheibe, aber manchmal mit einer vertieften Mittelfurche oder einer flachen Delle.
lusitanicus (F., 1781)Fundmeldungen🗺Coleoweb-Halsschild beim ♀ auf der Scheibe mit tiefen, am Grunde glänzenden Eindrücken, die in der Mitte durch einen +/- hohen Kiel getrennt sind, innerhalb dieser Grube einfach punktiert [Abb. 2]; beim ♂ mit einer Längsfurche in der Mitte die selten fehlt. Schuppen auf den Flügeldecken breitoval, fast kreisrund. Schwarz, unter den Schultern und vor der Flügeldeckenspitze mit einem verdichteten Fleck heller Schuppen, sonst spärlich beschuppt [Abb. 3]; es können auch noch weitere Schuppenflecken auftreten.. Flügeldecken des ♂ jederseits vor der nach unten ausgezogenen Spitze mit einem Höcker oder einem gebogenen Kiel; die Spitze dort grubig vertieft [Abb. 4]; beim ♀ meist mit einem kegelförmigen Mucro vor der Spitze. Aedoeagus [Abb. 5]. 10-16 mm. D: Westeuropa; Spanien, Portugal, Frankreich, nach Norden bis in die Niederlande, Belgien und Nordrhein-Westfalen.
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Abb. 2
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Abb. 3
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Abb. 4
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Abb. 5
#3
→ 4Flügeldecken in beiden Geschlechtern ohne Mucro, höchstens mit einem +/- erhabenen Wulst.
→ 7-Flügeldecken in beiden Geschlechtern oder nur beim ♀ mit einem Mucro.
#4
marginellus Graells🗺ColeowebFlügeldecken mit einem weißen Schildchenfleck. Oberseite der Flügeldecken dicht granuliert und behaart, vor allem zur Spitze. Halsschild dicht punktiert-granuliert; gerundet, beim ♀ mit kurzer Basalfurche, beim ♂ ohne. Flügeldecken beim ♀ gedrungener, beim ♂ schlanker; in beiden Geschlechtern an der Spitze abrupt verengt, schlank schnabelförmig ausgezogen; der 2. Zwischenraum am Ende etwas erhaben und verdickt. Augen stark vorstehend. Aedoeagus [Abb. 6]. 8-12 mm. D: Spanien.
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Abb. 6
→ 5-Flügeldecken ohne Skutellarfleck, an der Spitze nicht schnabelförmig ausgezogen, die Naht mit einem scharf begrenzten Längsband aus hellen Schuppen verziert.
#5
suturalis Graells🗺ColeowebDie helle Nahtzeichnung der Flügeldecken besteht aus langelliptischen, zugespitzten kupfrigen oder rötlichen Schuppen. Halsschild glänzend, fein punktiert; wenig gerundet, eben und ohne Mittelfurche beim ♂, beim ♀ stärker gebogen und hinter der Mitte am breitesten, auf der Scheibe querüber eingedrückt und im vorderen Drittel verengt. Augen flach. Flügeldecken an der Spitze mit rauher, angehobener dunkler Behaarung. Aedoeagus [Abb. 7]. 8-10,5 mm. D: Spanien.
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Abb. 7
→ 6-Die helle Nahtzeichnung der Flügeldecken besteht aus breiteren, ovalen oder eiförmigen, viel dichteren, dachziegelartig übereinanderliegenden Schuppen. Halsschild in beiden Geschlechtern mit einer Mittelinie. Augen konvex. Rüssel mit Längsrunzeln.
#6
lineolatus Fairm.🗺ColeowebHalsschild mit tiefer Mittelfurche, an den Seiten gerundet, vorne querüber eingedrückt, grob punktiert-gerunzelt, aber glänzend. Kiele des Rüssels an den Seiten parallel. Augen stark vorstehend. Flügeldeckennaht kupfrig mit Metallschimmer. Oberseite fast kahl, zur Spitze der Flügeldecken fein behaart, die Striefen regelmäßig punktiert, die Zwischenräumr fein gerunzelt. Aedoeagus [Abb. 8]. 8-12 mm. D: Zentral- und Südspanien, Marokko.
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Abb. 8
albicans Desbr.🗺Coleoweb-Halsschild nur mit Mittellinie, von der Basis nach vorne etwas erweitert, die Oberfläche matt. Der ganze Körper ziemlich dicht, etwas schuppig, metallisch behaart. Kiele des Rüssels deutlich divergierend. Die Schläfen hinter den flacheren Augen stark entwickelt. Aedoeagus [Abb. 9]. 8-10 mm. D: Algerien, Marokko.
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Abb. 9
#7
→ 8Mucronen beim ♂ wenig deutlich, manchmal nur einen Tuberkel bildend, beim ♀ kurz aber deutlich. Halsschild weder mit Eindruck noch mit Mittelinie. Oberseite mit feiner, anliegender Pubeszenz.
→ 9-Flügeldecken beim ♂ ohne Spur eines Mucro oder Wulstes, beim ♀ mit besonders gestaltetem Mucro. Halsschild mit oder ohne Mittelinie, unregelmäßig, buckelig. Zwischenräume der der Flügeldeckenstreifen schmal konvex. Vorderschienen bei beiden Geschlechtern zur Spitze doppelbuchtig gekrümmt. Große Tiere. Untergattung Antoinymus.
#8
granadensis HoffmannAugen wenig vorragend. Halsschild glänzend, fein und wenig dicht punktiert. Behaarung der Flügeldecken fein, braun. Flügeldeckenstreifen flach, fein punktiert, die Zwischenräume bei beiden Geschlechtern chagriniert. Mucronen klein, schlank, eng und parallel nebeneinanderstehend, bei den Geschlechtern kaum verschieden. Penis wie bei sparsutus. 10-11,5 mm. D: Spanien.
sparsutus Fairm.-Augen vorstehend. Halsschild matt, dicht gerunzelt punktiert. Halsschild und Flügeldecken mit dichten, zugespitzten Schuppenhaaren, diese metallisch kupfrig-goldfarben, die Oberfläche völlig bedeckend. Flügeldeckenstreifen tief, deutlich und eng punktiert, die Zwischenräume +/- gewölbt und runzelig. Mucronen beim ♀ kurz, stumpf und schlank, dicht tomentiert, etwas divergent, beim ♂ sehr kurz, bei kleinen Exemplaren kaum vorstehend. Tarsen rot. Halsschild kurz, gerundet, an der Basis deutlich breiter als vorne, die Mittellinie kaum erhaben. Manchmal die oberseitige Beschuppung spärlich, fast kahl. Aedoeagus [Abb. 10]. 7-11,5 mm. D: Spanien, Portugal.
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Abb. 10
#9
caudatus Hust.🗺ColeowebFlügeldeckenspitze beim ♀ plötzlich verengt und in schlanke schnabelförmige, divergierende Spitzen verlängert. Beim ♂ die Spitze stumpf, breit verrundet und ohne Erhabenheit am Abfall der Flügeldecken. Analsegment des ♂ mit einer Mittelfurche die in einer im Grunde flachen und granulierten, kaum umrandeten Grube endet, beim ♀ tief ausgehöhlt, am Grunde glänzend, erhaben umrandet und nach vorne in 2 divergierende gekrümmte Äste auslaufend, die Grube mit einer +/- deutlichen Mittelfurche. Aedoeagus [Abb. 11]. 12-14 mm. D: Marokko.
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Abb. 11
tazekensis🗺Coleoweb-Flügeldeckenspitze beim ♀ allmählich verengt und in gedrungenere, lang konische Spitzen verlängert, die seitlich vom 3. Zwischenraum wulstartig begrenzt sind. Der Nahtzwischenraum an der Spitze flach, die apikale Verlängerung deutlich gekrümmt. Flügeldeckenende des ♂ wie bei caudatus. Analsegment des ♂ fast wie bei caudatus, aber der Eindruck deutlicher umrandet und die Mittelfurche über den Eindruck hinaus verlängert; beim ♀ geht dem Eindruck eine tiefere Mittelfurche voran und die Ränder sind nach vorne nicht verlängert. Manchmal beim ♀ die apikale Verlängerung des 3. Zwischenraums deutlich erhaben, an der Spitze knotig verdickt. Aedoeagus [Abb. 12]. 11-14 mm. D: Marokko.
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Abb. 12
#10
→ 11Flügeldecken mit anliegender Behaarung, im Profil undeutlich.
pubescens Bohem.🗺Coleoweb-Behaarung der Flügeldecken etwas angehoben, im Profil gut sichtbar, etwa so wie auf Kopf und Halsschild. Halsschild dicht runzelig punktiert, mit eingesprengten kleinen Punkten in den schmalen Zwischenräumen, beim ♀ meist mit kurzer Mittelfurche, aber nicht eingedrückt. Analsegment des ♂ mit einer Grube die von 2 nach vorne etwas konvergierenden Kielen eingefaßt ist. Aedoeagus [Abb. 13]. 6-11 mm. D: Frankreich, Iberische Halbinsel, Nordafrika. (=quercus Bellier) (=nigrosparsus Chevr.) (=cribricollis Fairm.)
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Abb. 13
#11
→ 12Halsschild beim ♀ ohne Spur eines Eindrucks oder Abflachung in der Mitte; manchmal aber mit einer feinen Mittelfurche. Oberseite matt oder glänzend
incanus (L., 1758)Fundmeldungen🗺Coleoweb-Halsschild gleichmäßig dicht punktiert, beim breiteren ♀ mit einem schmalen, glatteren und eingedrückten oder zumindest deutlich abgeflachten Mittelfeld, dort feiner und weitläufiger punktiert [Abb. 14]. Die feine Behaarung der Flügeldecken anliegend [Abb. 15], dazwischen graue oder braune und kupfrig-metallische Schuppen eingesprengt. Analsegment des ♂ breit eingedrückt, beim ♀ einfach. Aedoeagus [Abb. 16] [Abb. 17], Spermatheka [Abb. 18]. . 7-11 mm. B: Auf jungen Kiefern, nicht selten. D: Europa. (=lepidopterus Gyll.) (=sabaudus Fairm.) Ich besitze 1 ♀ aus der Schotenheide (Umg. Nienburg) mit abweichender Struktur der Halsschildoberfläche, die - bis auf die Eindrücke - wie bei pubescens beschrieben ausgebildet ist. Das Tier hat überall dicht punktierten Halsschild, an den Seiten die Punkte nur durch schmale Stege getrennt [Abb. 19], in denen kleine Punkte stehen; Halsschild mit deutlichem Mittelkiel zwischen den flachen Eindrücken, an der Basis ein feiner Wulst angedeutet. Zwischenräume der vertieften Flügeldeckenstreifen etwas gewölbt (normalerweise Streifen flach und Zwischenräume eben.). Sonst der Normalform sehr ähnlich, aber die Schuppen der Flügeldecken alle grau. Die Behaarung der Flügeldecken ist eine Spur stärker angehoben, aber keinesfalls so wie auf dem Halsschild.
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Abb. 14
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Abb. 15
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Abb. 16
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Abb. 17
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Abb. 18
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Abb. 19
#12
incanus strasseni SolariStirn und Rüssel kurz, abstend behaart, im Profil sichtbar. Halsschild an der Basis viel breiter als vorne, dorthin stark verengt, in der Mitte fast gewinkelt, Hinterecken rechtwinklig angelegt; die Scheibe etwas eingedrückt, dort aber ohne Kielchen.Flügeldecken relativ schlank, 3. und 6. Zwischenraum konvex. D: Andalusien, Marokko.
→ 13-Stirn und Rüssel anliegend behaart, im Profil undeutlich.
#13
auriger Stierl.🗺ColeowebSchuppen auf dem Rücken sehr dicht, matt, gelblich, die Oberfläche völlig bedeckend. Die Schuppen auf dem Halsschild gestreckt oval, auf den Flügeldecken elliptisch, nicht zugespitzt, mit sehr feinen Haaren untermischt, wollig aussehend. Halsschild beim ♀ quer oder fast quadratisch, ungekielt; beim ♂ etwas gestreckter, an den Seiten schwach gebogen. Tarsen schwarz. Analsternit des ♂ mit einem Eindruck der seitlich von einer ripprnförmigen Randung eingefaßt ist; beim ♀ einfach. Aedoeagus [Abb. 20]. D: Algerien, Marokko.
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Abb. 20
→ 14-Schuppen auf dem Rücken sehr fein, stäbchenförmig, locker, die Oberfläche nicht bedeckend. Analsegment des ♂ mit einem granulierten U-förmigen umrandeten Feld. Arten von den Kanarischen Inseln.
#14
→ 15Schuppen grau, gleichmäßig über die Oberseite verteilt. Oberseite mit Ausnahme des Kopfes und des Rüssels +/- rauh granuliert, letztere fein punktiert
calvus Uyttenb.-Oberseite an den Seiten des Halsschilds und der Flügeldecken braun beschuppt, sonst nur sehr verstreut oder kahl; die Oberseite erscheint glänzend. Punkte der Flügeldeckenstreifen sehr fein. Rüssel und Kopf mit etwas stärkerer Punktur. Penisspitze [Abb. 21]. 6-11 mm. D: Kanarische Inseln.
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Abb. 21
#15
sculpturatus Woll.Flügeldecken deutlich gestreift, mit ziemlich großen Punkten, die zwischenräume flach, der 2. nicht erhaben. Die Oberfläche matter als bei calvus. Aedoeagus [Abb. 22]. 6-11 mm. D: Kanarische Inseln.
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Abb. 22
rugatus Woll.🗺Coleoweb-Flügeldecken undeutlich gestreift mit sehr feinen Punkten, der 2. Zwischenraum in den vorderen 2 Dritteln deutlich erhaben, der Nahtzwischenraum der Länge nach vertieft. Halsschild glänzend, dicht aber fein punktiert, beim ♂ an der Basis schmäler als vorne Penisspitze [Abb. 23]. 5,8-10,5 mm. D: La Palma.
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Abb. 23
Enthaltene Taxaalbicans auriger calvus caudatus granadensis incanus lineolatus lusitanicus marginellus pubescens rugatus sculpturatus sparsutus suturalis tazekensis
Erstellt am: 01.01.2010 · Letzte Aktualisierung: 14.08.2025 - 00:04:02
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