Familie Aderidae

ColeopteraPolyphagaHeteromera
Von Arved Lompe (n. Z. Kaszab, G.A. Lohse, R. Klinger)
Körper nicht größer als 3 mm, gestreckt, in Querrichtung gewölbt, mit anliegender Behaarung. Kopf geneigt, meist rundlich, Augen nierenförmig, Schläfen lang und abgerundet oder kurz, manchmal scharfwinklig. Hals abgeschnürt und im Halsschild eingezogen. Fühler lang, faden- oder schnurförmig, manchmal lang und dünn, selten einige Glieder gesägt. Halsschild breiter als der Kopf, meist mit abgerundetem Vorderrand, Seitenrand ungerandet. Flügeldecken breit oder gestreckt eiförmig, selten parallel, das Ende einzeln abgerundet. Oberseite ohne Punktreihen oder Streifen. Hüftenhöhlen der Vorderbeine hinten offen. Hinterhüften nahe aneinander stoßend. Hinterschenkel dicker, flach zusammengedrückt. Tarsen gestreckt, 1. Glied der Hintertarsen fast doppelt so lang wie die gemeinsame Länge der übrigen Glieder, 4. Glied winzig, unter dem Lappen des 3. Gliedes versteckt, schwer sichtbar. Krallen einfach, nicht gezähnt. Die 2 ersten Hinterleibsternite verwachsen, deshalb nur 4 Segmente sichtbar. Die Arten leben unter dürrem Laub, am Fuß von am Ufer stehenden, alten Bäumen, im Mulm hohler Bäume, unter loser Rinde, in trockenem Stroh und Heu, an Bäumen der Auwälder und nasser Wiesen, an den Blättern von Gesträuch und Unkraut usw.; manche kommen ans Licht.
#1
Phytobaenus Sahlberg, 1834Kopf in natürlicher Haltung von oben kaum sichtbar, da senkrecht geneigt und bis zu den vorragenden, schräg gestellten Augen in den Halsschild eingezogen [Abb. 1]. Hinter den Augen sieht man keine Schläfen.
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Abb. 1
→ 2-Kopf vorgestreckt, in natürlicher Haltung nicht bis zum Hinterrand der Augen in den Halsschild eingezogen, hinter den Augen sind die unterschiedlich entwickelten Schläfen von oben immer gut sichtbar.
#2
Anidorus Muls. ReySchläfen lang, erreichen fast die Länge des Querdurchmessers der Augen [Abb. 2]. Augen klein, innen stark ausgeschnitten. Das 3. Fühlerglied beim Männchen auffällig vergrößert, auch beim Weibchen deutlich länger als das 4.. Schlanke Tiere mit seitlich hinter den Schultern stark komprimierten Flügeldecken [Abb. 3], Färbung der Flügeldecken meist schwarz bis schwarzbraun, Halsschild oft heller rotbraun.
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Abb. 2
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Abb. 3
→ 3-Schläfen kurz, kürzer als der Querdurchmesser der Augen, 3. Fühlerglied kürzer oder nur wenig länger als das 4., Grundfärbung der Flügeldecken meist ockerfarben, selten dunkler oder zweifarbig.
#3
Aderus Stephens, 1829.3. Fühlerglied beim ♀ halb so lang wie das 4., beim ♂ noch kürzer, ein wenig schmaler und kürzer als das 2. [Abb. 4]. Habitus [Abb. 5].
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Abb. 4
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Abb. 5
→ 4-Das 3. Fühlerglied wenigstens so lang wie das 4..
#4
Euglenes Westw.Fühler lang, Glied 3 länger als das 2., Glied 4-6 deutlich länger als breit, letztes Glied der Fühler deutlich verlängert [Abb. 6]. Längliche Arten mit ausgeprägtem Sexualdimorphismus: Augen der ♂ sehr groß, auf der Stirn fast zusammenstoßend, Fühler ± gesägt.
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Abb. 6
→ 5-Fühler kürzer, Glied 3 nicht oder nur wenig länger als Glied 2, Glied 4-6 etwas quer, niemals länger als breit.
#5
Cobososia Collado & Alonso-Zarazaga, 1996Flügeldecken besonders an den Seiten grob punktiert, Halsschild einfach gewölbt, ohne Eindrücke. Färbung der Flügeldecken sehr veränderlich, gelbrot, an der Naht und an den Seiten der Flügeldecken meist dunkler oder seltener ganz dunkel [Abb. 7]. (=Otolelus Mroczkowski, 1987)
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Abb. 7
→ 6-Flügeldeckenpunktur fein und dicht bis sehr dicht. Halsschild auf der Hinterhälfte jederseits mit tiefem Eindruck oder im ganzen quer eingedrückt. Körper einfarbig braun, Kopf und Halsschild unwesentlich dunkler.
#6
Vanonus CaseyKopf auf glänzendem Grund mit (x50) deutlicher, isolierter Punktur. Fühlereinlenkungen einander mehr genähert als die Innenränder der Augen [Abb. 8]. Vorletzte Fühlerglieder deutlich quer, nicht asymmetrisch [Abb. 9]. Innenrand der Hinterschenkel mit spezifischem Haarkamm [Abb. 10].
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Abb. 8
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Abb. 9
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Abb. 10
Pseudeuglenes Pic-Kopf ohne (x50) erkennbare Punktur, beim ♂ völlig matt, beim ♀ etwas glänzend. Fühlereinlenkung dem Auge mehr genähert, der Abstand der Fühlereinlenkungen kaum geringer als der der Augeninnenränder. Fühler länger, Glied 7-10 leicht asymmetrisch und kaum quer [Abb. 11]. Innenrand der Hinterschenkel ebenfalls bei beiden Geschlechtern mit spezifischer Auszeichnung [Abb. 12].
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Abb. 11
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Abb. 12
Enthaltene TaxaAderusAnidorusCobososia EuglenesPhytobaenusPseudeuglenesVanonus
Erstellt am: 12.06.2013 · Letzte Aktualisierung: 09.05.2023 - 16:33:51
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